Aktinische Keratosen: Neue Perspektiven auf ein altes Krankheitsbild

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Authors: Eggert Stockfleth
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Abstract

Aktinische Keratosen (AK) gehören zu den häufigsten Diagnosen im dermatologischen Alltag und zugleich zu jenen Krankheitsbildern, deren wissenschaftliche Neubewertung in den vergangenen Jahren besonders dynamisch verlaufen ist.Die aktuelle S3-Leitlinie hat diesen Wandel klar vollzogen: Die AK ist keine banale UV-Folgeerscheinung, sondern eine intraepitheliale Neoplasie mit relevantem Progressionspotenzial, die eine strukturierte und evidenzbasierte Therapie erfordert.1 Ein entscheidender Schritt in diesem Verständnis war der Perspektivwechsel hin zur Feldkanzerisierung.In der klinischen Praxis begegnen wir selten isolierten Läsionen; vielmehr behandeln wir chronisch UV-geschädigte Areale mit komplexer klonaler Dynamik.Arbeiten aus dem Bochumer Umfeld, unter anderem von Eckert und Stockfleth, haben früh die klinische Relevanz dieses Konzepts herausgestellt und die therapeutischen Konsequenzen aufgezeigt. 2 Die molekularen Grundlagen wurden später systematisch aufgearbeitet und fest in die dermatologische Denkweise integriert.3Parallel zu diesem pathogenetischen Erkenntnisgewinn hat sich das therapeutische Spektrum der AK erheblich erweitert.Klassische Verfahren wurden ergänzt durch immunmodulatorische, chemotherapeutische und molekular ausgerichtete topische Therapien.Dabei ist die Frage längst nicht mehr, ob wir behandeln, sondern wie.Übersichtsarbeiten im JDDG haben überzeugend dargelegt, dass Therapieerfolg nicht allein durch Wirksamkeit definiert wird, sondern durch das Zusammenspiel von Therapiedauer, Verträglichkeit, kosmetischem Ergebnis und Alltagstauglichkeit. 4 Versorgungsnahe Analysen bestätigen, dass diese Faktoren entscheidend für die Adhärenz sind.5 In dieses Umfeld fügt sich Tirbanibulin als neue Option mit besonderem Profil ein, wie in der vorliegenden Ausgabe in der Studie von Heppt, et al. gezeigt wird.6 Der Wirkstoff zeichnet sich durch ein konsequent kurzes, fünftägiges Behandlungsregime aus und adressiert dysplastische Keratinozyten über eine Hemmung der Src-Kinasen sowie der Tubulinpolymerisation.Die Phase-III-Studien zeigten eine signifikante Reduktion der Läsionszahl bei gleichzeitig moderaten lokalen Hautreaktionen.7 Damit steht Tirbanibulin exemplarisch für einen therapeutischen Ansatz, der Wirksamkeit und Alltagstauglichkeit in bislang unge-

Fields of Study & Subjects

Nonmelanoma Skin Cancer Studies Skin Protection and Aging Cancer and Skin Lesions

Publication details

Journal / source
JDDG Journal der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft
Volume
24
Issue
2
Pages
149–150
Publication date
1 February 2026
Language
EN