Zur Notwendigkeit funktionaler Regelverstöße in der Leistungsbeurteilung
Abstract
Der Umgang mit heterogenen Lerngruppen innerhalb standardi-sierter schulischer Regeln stellt Lehrkräfte vor eine zentrale Herausforderung: Einerseits müssen sie institutionelle Standards einhalten und Vergleichbarkeit sicherstellen, andererseits müs-sen sie darauf achten, dass sie die individuellen Bedürfnisse und Voraussetzungen der Schüler*innen angemessen berücksichti-gen. Dies erfordert von den Lehrer*innen ein hohes Reflexions-vermögen und die Fähigkeit, ihr Handeln zu begründen. Somit befinden sie sich im Spannungsfeld aus tatsächlicher Schulpra-xis und ihren Standards mit Blick auf inklusionsorientierten Bil-dungszielen. Handeln sie entsprechend den formalen Ansprü-chen, fällt dies in der Beurteilung auf. Lernende, die Unterstüt-zung benötigen, erhalten diese nicht in ausreichendem Maße. Priorisieren die Lehrkräfte die individuellen Lernbedarfe der Schüler*innen, missachten sie vorhandene Richtlinien. Auf die-ses Spannungsfeld reagieren manche Lehrkräfte mit funktiona-len Regelverstößen. Diese erlauben ihnen, die starre Anwen-dung einheitlicher Beurteilungskriterien aufzubrechen und Raum für Anpassungen zu schaffen. Dies kann insbesondere für Schüler*innen mit besonderen Bedürfnissen von entscheidender Bedeutung sein, da die strikte Einhaltung der Beurteilungsregeln in ihrem Fall zu Benachteiligungen führen kann. Dies verdeutlicht die Notwendigkeit einer differenzierten und flexiblen Herangehensweise an Leistungsbeurteilung.
Fields of Study & Subjects
Student Assessment and Feedback
Educational Assessment and Improvement
Inclusive Education and Diversity
Publication details
- Journal / source
- BieJournals
- Publication date
- 10 February 2026
- Language
- DE