Die Rolle der wahrgenommenen sportunterrichtlichen Leistung fur soziale Netzwerke im Sportunterricht
Abstract
Beziehungen zu Gleichaltrigen sind von besonderer Relevanz für die Identitätsentwicklung im Kindes- und Jugendalter. Peers bilden auch im schulischen Kontext eine wichtige Bezugsgruppe für die Motivation, emotionales Erleben und die schulische Leistungsentwicklung. Der Sportunterricht stellt einen besonderen Kontext für Peerbeziehungen dar, innerhalb dessen sich die sportunterrichtliche Leistung als wichtiges Merkmal für soziale In- und Exklusionsprozesse darstellt. Bisherige Studien untersuchten bisher jedoch nicht die detaillierten Prozesse, unter denen sich affektiv und kognitiv-instrumentell geprägte Peerbeziehungen vor dem Hintergrund verschiedener Leistungswahrnehmungen und individuellen Präferenzen herausbilden. Die vorliegende Dissertation untersucht anhand drei separater Stichproben mit insgesamt 979 Schüler:innen, wie die sportunterrichtliche Leistung die Peerbeziehungen im Sportunterricht prägt. Zur differenzierten Untersuchung der Zusammenhänge findet die soziale Netzwerkanalyse Anwendung. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass Schüler:innen in vielfältige Peerbeziehungen eingebunden sind, die sich entlang typischer Unterrichtssituationen sowie Schulfächer bilden und empirisch differenzierbar sind. Die peerwahrgenommene sportunterrichtliche Leistung zeigt sich relevant sowohl für affektive fachübergreifende als auch für instrumentelle Beziehungen im Sportunterricht, wobei engere Zusammenhänge mit sportunterrichtlichen Peerbeziehungen bestehen. Neben der Rolle der sportunterrichtlichen Leistung werden auch affektive Beziehungen sowie das Geschlecht der Schüler:innen für die Zusammenarbeit in Sportspielen relevant. Des Weiteren zeigt sich, dass leistungsstarke Schüler:innen einen größeren Wert auf die Leistung ihrer Mitschüler:innen legen, wodurch leistungsschwache Schüler:innen unbeachtet bleiben. Die Erkenntnisse beschreiben die komplexen Prozesse der Bildung von Peerbeziehungen im Sportunterricht, und deuten auf systematische Unterschiede in der sozialen Eingebundenheit zwischen leistungsstarken und -schwachen Schüler:innen hin.
Fields of Study & Subjects
Physical Education and Pedagogy
Motivation and Self-Concept in Sports
Physical education and sports games research
Publication details
- Journal / source
- heiDOK (Heidelberg University)
- Publication date
- 1 January 2026
- Language
- DE
- Document type
- Thesis