Umsetzung der Geologie in technische Massnahmen im Tavetscher Zwischenmassiv Nord
Abstract
Zusammenfassung Nach heutigem Kenntnisstand sind das Tavetscher Zwischenmassiv Nord und die Clavaniev-Zone aufgrund ihrer Ausdehnung, Überlagerung und Materialeigenschaften die bautechnisch anspruchsvollsten Abschnitte im Projekt des Gotthard-Basistunnels. Aufgrund der Interpretation der geologischen Erkundungen und unter Berücksichtigung bisheriger Erfahrungen bei Tunnelbauten in ähnlichen Verhältnissen werden bauliche Massnahmen entwickelt, welche dem erwarteten Gebirgstragverhalten Rechnung tragen. Das resultierende Ausbaukonzept basiert auf der Kombination von Ausweich- und Widerstandsprinzip – einem anfänglichen Zulassen grosser Deformationen und dem späteren Aufbringen hoher Widerstände – zur Optimierung des Gesamtaufwandes an Sicherung. Als hauptsächliche Stützmittel kommen Stahleinbaubögen mit begrenzt nachgiebigen Gleitverbindungen und eine Sys-temankerung mit langen Selbstbohrinjektionsankern zur Anwendung. Das vorliegende Konzept der Ausbruchsicherung zeichnet sich dank der gewählten Kombination von provisorischen Sicherungsmitteln durch seine gute Beobachtbarkeit sowie Flexibilität und Modularität während der Ausführung aus. Diese Eigenschaften sind im Hinblick auf die stark wechselnden geologischen Verhältnisse von grosser Bedeutung. Zusätzlich zu diesen systematischen Massnahmen wird ein breiter Katalog an Besonderen Massnahmen definiert, welcher zur Bewältigung speziell schwieriger Verhältnisse beigezogen werden kann.
Fields of Study & Subjects
Tunneling and Rock Mechanics
Geomechanics and Mining Engineering
Rock Mechanics and Modeling
Publication details
- Journal / source
- CRC Press eBooks
- Pages
- 381–394
- Publication date
- 9 January 2026
- Language
- EN
- Document type
- Book chapter