Apostelporträts im Dreifarbendruck. Jüdische, pagane und christliche Farbtöne im Petrusbild der Apostelgeschichte und des 2. Petrusbriefs

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Authors: Matthias Becker
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Abstract

Apostelporträts im DreifarbendruckJüdische, pagane und christliche Farbtöne im Petrusbild der Apostelgeschichte und des 2. Petrusbriefs Wer den 1. Clemensbrief liest, der wahrscheinlich in der letzten Dekade des 1. Jahrhunderts 1 in zeitlicher Nähe zur Apostelgeschichte (ca.90 n.Chr.) entstand, 2 begegnet einem Text, der sich durch sprachliche, motivliche und theologische Vielschichtigkeit auszeichnet.Laut Adolf von Harnack weist er drei markante Charakteristika auf: Erstens rezipiere dieser Brief der römischen Gemeinde an die korinthische ἐκκλησία extensiv die (griechischen) Schriften Israels bis hin zur Verwendung einer Septuaginta-Diktion; zweitens werde ein spezifisch christlicher Charakter erkennbar, und zwar in der Verarbeitung christologischer Überlieferungen, in der triadischen Inbezugsetzung von Gott, Christus und Geist (1Clem 42,3; 46,6; 58,2) sowie in den Bezugnahmen auf (später) neutestamentlich gewordene Texte; 3 und drittens gehöre zum literarischen und inhaltlichen Gepräge dieses Schreibens die griechische Bildung und Rhetorik sowie die Verwendung pagan-philosophischer Motive.4 Harnack bringt diesen Befund auf folgenden Nenner: Unser Brief ist nicht nur ein Zwei-, er ist ein Dreifarbendruck: Die ATliche Religion in spätjüdischem Verständnis, der hellenische moralische Idealismus und die Tatsache der Erscheinung Christi (samt dem Kerygma und den neuen Lebensordnungen, die sie als Imperative gegeben, als Kräfte entbunden hat) bilden den Inhalt des Briefs.Diese Dreifaltigkeit konstituirt [sic!] das Christentum, wie es Clemens aufgegangen ist und der römischen Gemeinde.5 Ein Forschungsimpuls, der sich aus Harnacks pointierter Schlussfolgerung ergibt, besteht in der Frage, ob jenes in einem römischen Kontext situierte Zusammenspiel 1 Lindemann, Clemensbrief, 77-78. 2 Backhaus, Datierung, 216-258, hier 214-215, bietet einen Überblick über die unterschiedlichen Datierungen der Apg (Frühdatierung in die frühen 60er Jahre vor dem Tod des Paulus; modifizierte Frühdatierung zwischen ca.65 und ca.85; Standarddatierung ca.80/85-100; relative Spätdatierung ca.100-130; rigide Spätdatierung nach 130).Ich schließe mich der Standarddatierung an. 3 1Clem 32,4-33,1; 35,5-6; 36,2-5; 37,5; 38,1; 47,1; 49,5.4 Harnack, Einführung, 66-85.Zu den eruierbaren intertextuellen Bezügen auf später kanonisch gewordene Texte siehe auch Lindemann, Clemensbrief, 70-72.5

Fields of Study & Subjects

Biblical Studies and Interpretation Classical Antiquity Studies Byzantine Studies and History

Publication details

Journal / source
Vandenhoeck & Ruprecht eBooks
Pages
121–156
Publication date
9 February 2026
Language
DE
Document type
Book chapter