Die hypoechogene mesencephale Raphe als Risikofaktor für das Auftreten einer Post-Stroke-Depression
Abstract
\(\bf Einleitung:\) Etwa ein Drittel der Schlaganfallüberlebenden entwickelt eine Post-Stroke-Depression (PSD); eine individuelle Frühprädiktion fehlt. Die Hypoechogenität der mesencephalen Raphe ist mit depressiver Symptomatik assoziiert, ihre prädiktive Bedeutung für die spätere PSD war bislang ungeklärt. \(\bf Methode:\) In einer prospektiven monozentrischen Studie wurde bei Patienten mit akutem Hirninfarkt die Raphe‑Echogenität mittels transkranieller Sonographie (TCS) beurteilt. Nach drei Monaten erfolgte eine fachpsychiatrische Diagnostik für das Auftreten einer PSD. \(\bf Ergebnis:\) Bei hypoechogener Raphe lag die PSD‑Prävalenz bei 48% gegenüber 4,1% bei normoechogener Raphe (OR 21,8; KI 5,41–88,28). Auch nach Adjustierung für bekannte Risikofaktoren blieb der Effekt signifikant (adj. OR 6,4; KI 1,18–34,36). \(\bf Schlussfolgerung:\) Die Raphe‑Hypoechogenität ist ein starker, unabhängiger Prädiktor für das Auftreten einer PSD. TCS könnte eine frühzeitige Risikostratifizierung und gezielte Prävention ermöglichen.
Fields of Study & Subjects
Stroke Rehabilitation and Recovery
Acute Ischemic Stroke Management
Treatment of Major Depression
Publication details
- Journal / source
- Dokumentenrepositorium der RUB (Ruhr University Bochum)
- Publication date
- 1 January 2026
- Language
- DE
- Document type
- Thesis