Einheitliche Vorgaben, heterogene Praxis: Potenziale der NIS2-Umsetzung in einer öffentlichen Verwaltung
Abstract
Zusammenfassung Die Umsetzung der NIS2-Richtlinie erfordert ein integriertes Verständnis von Informations- und Cybersicherheit, das strategische Steuerung, regelbasierte Nachweise, technische Maßnahmen und Kompetenzentwicklung verbindet. Governance, Compliance, IT und Weiterbildung sind dabei komplementäre Dimensionen eines organisationalen Sicherheitsniveaus. Während die Richtlinie auf EU-Ebene einen verbindlichen Erwartungshorizont setzt, kollidiert ihre Umsetzung in föderalen Strukturen mit heterogenen Kulturen, Zielen und Kompetenzverständnissen. Auf Basis einer vergleichenden Fallstudie wird gezeigt, wie die NIS2-Vorgaben als normatives Raster dienen können, um Implementierung, Sensibilisierung und Strukturen in einer Landesverwaltung kritisch zu reflektieren. Im Fokus stehen Kooperationspotenziale, Zuständigkeiten und divergierende Interpretationen. Ziel ist es, Potenziale und Grenzen der Sicherheitsorganisation aufzuzeigen und Impulse für eine kooperative Gestaltung sicherheitsbezogener Verantwortung zu geben. Die Studie zeigt, dass komplexe Abstimmungsbedarfe und Ressourcenknappheit die Umsetzung hemmen können und liefert zugleich Ansatzpunkte für Interventionen durch kooperative Governance.
Fields of Study & Subjects
Information and Cyber Security
Information Technology Governance and Strategy
Digitalization
Law
and Regulation
Publication details
- Journal / source
- HMD Praxis der Wirtschaftsinformatik
- Volume
- 63
- Issue
- 2
- Pages
- 359–373
- Publication date
- 9 February 2026
- Language
- DE