147Zur Genese polyfunktionaler grammatischer Formen
Abstract
Der Beitrag diskutiert die Entstehung polyfunktionaler grammatischer Formen am Beispiel der diachronen Ausbreitung von w-Relativa im Deutschen. Im Mittelpunkt steht die Beobachtung, dass die (ursprünglich verallgemeinernde) Form was den konkurrierenden Marker das als Default-Relativum abgelöst hat. Diese Umkehr der Markiertheitsverhältnisse wird auf eine Reanalyse der Lizenzierungsbedingungen für Relativa zurückgeführt, durch die im Frnhd. semantische Kriterien für die Wahl zwischen d-und w-Formen durch grammatische Bedingungen ersetzt wurden. Die Befunde legen nahe, dass polyfunktionale Marker nicht nur das Resultat von Formzusammenfall sind, sondern auch dadurch entstehen können, dass die Anwendungskontexte für einen konkurrierenden Marker spezifischer werden.
Fields of Study & Subjects
Syntax
Semantics
Linguistic Variation
Linguistics and language evolution
Historical Linguistics and Language Studies
Publication details
- Journal / source
- De Gruyter eBooks
- Pages
- 1–24
- Publication date
- 6 February 2026
- Language
- DE
- Document type
- Book chapter