251Irrelevanzkonditionale als emergente Konstruktionsfamilie
Abstract
Gegenstand dieses Beitrags sind Irrelevanzkonditionale als Beispiel unauf-fälligen und doch nachweisbaren Sprachwandels im heutigen Deutsch. Ausgangs-punkt ist die Beobachtung, dass einige Mitglieder der irrelevanzkonditionalen Konstruktionsfamilie Merkmale emergenter Grammatik samt Phänomenen kon-struktioneller Gradienz im Übergang zu interrogativ(ähnlich)en Nachbarkonstruk-tionen aufweisen. Aufgrund neuerer Forschungsergebnisse bietet der Beitrag einen Überblick über die (synchronische) Evidenz für die betreffenden Wandelvorgänge. Entgegen der Annahme, dass Irrelevanzkonditionalgefüge eine permanente, zwi-schen Diskurs und Syntax stagnierende Grammatikalisierungsbaustelle bilden, zei-gen sich bei den Subordinatoren Schematisierungen samt teilspezifizierten Sub-konstruktionen, die die betreffenden Satzverbindungen als hypotaktisch ausweisen. Abschließend werden einige weiterführende (vor allem diachronische) Forschungs-desiderata benannt.
Fields of Study & Subjects
Syntax
Semantics
Linguistic Variation
Linguistic Variation and Morphology
Linguistics and language evolution
Publication details
- Journal / source
- De Gruyter eBooks
- Pages
- 251–274
- Publication date
- 6 February 2026
- Language
- DE
- Document type
- Book chapter