275„Wandernde“ Kasusmorpheme

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Authors: Stefan Hartmann
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Abstract

Sprachwandelprozesse zeigen sich in der Gegenwartssprache häufig in Form von Variationsphänomenen und Zweifelsfällen. Dieser Beitrag befasst sich mit einem bislang wenig beachteten Variationsphänomen im Deutschen, nämlich non-kanonischen Varianten der Adpositionen um ... willen und wegen mit (Geni-tiv-?)s wie in um des Frieden willens oder der Atmosphäre wegens. Die Ergebnisse einer empirischen Untersuchung werden vor dem Hintergrund der theoretischen Frage diskutiert, wie sich solche Phänomene modellieren lassen. Darüber hinaus stellt sich die Frage nach dem Status dieser Varianten: Handelt es sich um bloße „slips of the pen“, also um schlichte Fehlleistungen? Dafür scheinen die Varianten trotz ihrer insgesamt geringen Frequenz zu häufig und systematisch aufzutreten. Auf Grundlage der empirischen Befunde argumentiere ich, dass die „wandernden“ Kasusmorpheme im Sinne einer Profilierung des klammernden Verfahrens im Deutschen verstanden werden können, aber auch Analogie- und „Kontaminations“-Effekte in ihrer Entstehung eine zentrale Rolle spielen.

Fields of Study & Subjects

Syntax Semantics Linguistic Variation Linguistic Variation and Morphology Linguistic research and analysis

Publication details

Journal / source
De Gruyter eBooks
Pages
275–298
Publication date
6 February 2026
Language
DE
Document type
Book chapter