Fruchtbare Gemengelagen: Die Umweltsoziologie mit epistemisch-methodischen Neuerungen auf wankendem ökologischem Boden
Abstract
In seinem Beitrag zur Veranstaltung "20 Jahre Sektion Umweltsoziologie", auf dem 38.Kongress der Deutschen Gesellschaft für Soziologie in Bamberg, 2016, bescheinigte Jens Jetzkowitz der Sektion, dass sie sich seit ihrer Gründung vor allem auf die (internationale) Profilierung einer für alle Umweltfragen zuständigen Bereichssoziologie konzentriert habe.Dabei seien jedoch Fragen zu den natürlichen Grundlagen von Gesellschaften, die in einer Welt ökologischer Veränderungen und Knappheiten erst einmal entdeckt, verarbeitet und in die Gesellschaft diffundiert werden müssen, zunehmend ausgeklammert worden (Jetzkowitz, 2017).Soziologische Beiträge zu einer ökologisch nachhaltigen Gesellschaftsentwicklung schienen ihm zu fehlen (vgl.Barth & Henkel, 2021;Jetzkowitz, 2024).Ob diese Analyse 2016 stimmte, soll an dieser Stelle nicht geprüft werden (siehe aber zum Thema Klimawandel in dieser Zeit: Sommer, 2016).Im Jahre 2025 stimmt sie zumindest nicht mehr, wie diese Gebietskartierung zeigen soll.Lange Zeit hatten sich Teile der Umweltsoziologie vor allem Fragen der Mitsprache und Gesellschaftsgestaltung im Namen der Nachhaltigkeit zugewandt.Damit ging eine normative Orientierung einher, die zumindest teilweise die soziologische Analyse an normativen oder politisch ausgehandelten Zielen ausrichtet (Erreichen der SDGs, Degrowth etc.).Es war dabei auch der Unmut über aktuelle umweltpolitische Tendenzen, der vor dem Hintergrund neuer Energie-und Klima-
Fields of Study & Subjects
German Social Sciences and History
Contemporary Sociological Theory and Practice
Environmental
Ecological
and Cultural Studies
Publication details
- Journal / source
- Soziologische Revue
- Volume
- 49
- Issue
- 1
- Pages
- 3–24
- Publication date
- 1 February 2026
- Language
- EN