Polarisierung von den Rändern denken
Abstract
Mit der Besprechung des Buchs "Triggerpunkte.Konsens und Konflikt in der Gegenwartsgesellschaft" von Steffen Mau, Thomas Lux und Linus Westheuser ist dem Rezensenten keine leichte Aufgabe gestellt.Erstens handelt es sich beim Erstautor des Buchs, dies sei der Transparenz halber gleich zu Beginn angemerkt, um den Doktorvater des Autors dieser Zeilen 1eine gewisse positive Voreingenommenheit ist also in Rechnung zu stellen.Zweitens behandelt es ein Thema, mit dem sich auch der Rezensent im Rahmen seiner Beteiligung am Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt (FGZ) wissenschaftlich beschäftigtein Umstand, der einerseits einen Kompetenzverdacht auf Seiten der Redaktion der Soziologischen Revue begründet haben mag, andererseits aber auf Seiten der Leser:innenschaft auch leicht einen Befangenheitsverdacht aufgrund von Themenkonkurrenz erzeugen kann.Drittens schließlich hat das Buch seit seinem Erscheinen bereits eine enormeund weit überwiegend positiveöffentliche und wissenschaftliche Resonanz erfahren und wurde von berufenen Kolleg:innen einschlägig besprochen (Lessenich, 2024; Liebig, 2024; Nassehi & Saake, 2024).Was bliebe also noch hinzuzufügen?Zumal von einem Rezensenten, dem in persönlicher wie inhaltlicher Hinsicht (siehe erstens und zweitens) gerade keine zweifelsfreie Unvoreingenommenheit attestiert werden kann?Angesichts einer zuweilen erregten öffentlichen Debatte um eine Polarisierung oder gar Spaltung der deutschen Gesellschaft könnte man "Triggerpunkte" zunächst als Entwarnungsdiagnose lesen.Gestützt auf eine reichhaltige empirische Basis, die 1 Mau betreute die im Jahr 2009 abgeschlossene Doktorarbeit des Rezensenten.
Fields of Study & Subjects
Contemporary Sociological Theory and Practice
Political Theory and Democracy
German Social Sciences and History
Publication details
- Journal / source
- Soziologische Revue
- Volume
- 49
- Issue
- 1
- Pages
- 35–42
- Publication date
- 1 February 2026
- Language
- EN