Jana Fritsche, Über die Unwahrscheinlichkeit der Männlichkeitsforschung. Genealogie eines Forschungsfeldes. Wiesbaden: Springer VS 2024, 335 S., eBook/kt., 49,99 €
Abstract
Wie Jana Fritsche in der Einleitung deutlich macht, lässt sich Männlichkeit mittlerweile hervorragend gesellschaftlich adressieren.Es eignet sich beispielsweise zur Abwägung von Gesundheitsrisiken durch staatliche Institutionen während der Covid-Pandemie, aber auch als Kriterium für die journalistische Einordnung von Politikern.Dies ist insofern eine Bemerkung wert, da Männlichkeit lange verdeckt war, als allgemein Menschliches in den Routinen unseres Denkens und Handelns quasi verschwunden.Das Erkenntnisinteresse von Jana Fritsche richtet sich allerdings weniger auf den Gegenstand Männlichkeit(en), sondern vielmehr auf das Feld der Männlichkeitsforschung und die Frage, wie wahrscheinlich die Hervorbringung, Stabilisierung und Etablierung eines Forschungsfeldes ist.Mit "Unwahrscheinlichkeit" setzt Jana Fritsche bei den Möglichkeitsbedingungen, Gelegenheitsstrukturen und Herausforderungen der Männlichkeitsforschung an.Jana Fritsche nimmt in ihrer Rekonstruktion die internationale Vernetzung des Feldes ernst und berücksichtigt für ihren Datensatz Forschungen verschiedener Weltregionen, insbesondere USA, Vereinigtes Königreich, Australien und Deutschland (vgl.S. 42).Der Datenkorpus beinhaltet "Publikationen, die sich theoretisch, methodisch, konzeptionell mit ‚Männlichkeit' befassen" (S. 40).Da es sich bei dem Forschungsfeld auch um ein interdisziplinäres handelt, gewinnt die Arbeit mit der Fokussierung auf sozialwissenschaftliche Untersuchungen die notwendige Kontur, um selbst wahrscheinlich werden zu können.Die Analyse der Texte lehnt sich an Corbin/Strauss an, nimmt dabei auch Bezug auf Quellenerschließungsverfahren der Geschichtswissenschaft. Insgesamt wurden 182 Quellen untersucht.Da Jana Fritsche die eigene Untersuchung zudem "als eine Soziologie der Soziologie" (S. 33) versteht und die "gesellschaftlichen Bedingungen der eigenen disziplinären Zugänge in ihrem geschichtlichen Geworden-Sein" (S. 34) perspektiviert, zieht sie eine funktio-
Fields of Study & Subjects
Gender and Feminist Studies
Gender Roles and Identity Studies
German Social Sciences and History
Publication details
- Journal / source
- Soziologische Revue
- Volume
- 49
- Issue
- 1
- Pages
- 85–88
- Publication date
- 1 February 2026
- Language
- EN