Anthropodezentrierung als Grundlage einer neuen Ökologischen Gerechtigkeit

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Authors: Laura Buchheim
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Abstract

Zusammenfassung Während das Konzept der Ökologischen Gerechtigkeit versucht, Nachhaltigkeit und Gerechtigkeit zu integrieren bzw. zu synthetisieren, reproduziert es häufig anthropozentrische Annahmen und untergräbt damit seine eigenen Ziele. Dieser Aufsatz kritisiert das Postulat post- bzw. nicht-anthropozentrischer Positionen als Zielvorstellungen. Stattdessen wird eine anthropo-dezentrierende anthropologische Grundlage für Ökologische Gerechtigkeit vorgeschlagen. Dies erfordert ein Verständnis menschlicher Subjekte als bereits relationale, abhängige, verantwortliche und gerechtigkeitsorientierte Wesen. Durch ein In-Bezug-Setzen von Emmanuel Lévinas’ Alteritätsphilosophie und Dorothee Sölles Schöpfungstheologie und Ethik wird in diesem Beitrag ein anthropologischer Rahmen entwickelt, in dem Subjektivität durch Verantwortung gegenüber bzw. für den Anderen sowie durch stellvertretendes Einstehen für den Anderen konstituiert wird – einschließlich des mehr-als-menschlichen Anderen. Damit soll gezeigt werden, dass wir Nicht-/Post-Anthropozentrismus nicht als freiwillig zu erreichendes Ziel begreifen müssen, sondern uns vielmehr als stets bereits anthropodezentriert und als in einer ethischen Beziehung zu allem erkennen sollten, was nicht wir selbst sind.

Fields of Study & Subjects

Religion Ecology and Ethics Philosophy Ethics and Existentialism Environmental Philosophy and Ethics

Publication details

Journal / source
Zeitschrift für Evangelische Ethik
Volume
70
Issue
2
Pages
144–162
Publication date
16 February 2026
Language
EN