Elke Donalies. 2023. Sprachanfragen. Wer fragt? Wer wird gefragt? Wie wird gefragt? Was wird gefragt? Warum wird gefragt? Heidelberg: Winter. 141 S.
Abstract
Elke Donalies legt mit diesem Band eine explorative Untersuchung zu Sprachanfragen (und Anfragenden) zum Deutschen vor, mit der sie in erster Linie Impulse für größer angelegte Korpusstudien liefern möchtewas ihr auf Grundlage ausgewählter Einzeldarstellungen gut gelingt.Nach einer kurzen Einleitung (Kapitel 1), einer Hinführung zum Thema (Kapitel 2) und Vorstellung der Datengrundlage (Kapitel 3) gliedert sich das umfangreichste Kapitel 4orientiert am Titel und auf Beispiele aus dem Untersuchungskorpus gestütztdanach, wer (Kapitel 4.1), wen (4.2), wie (4.3), was (4.4) und warum fragt (4.5).Einen roten Faden zieht die Autorin mithilfe eingeschobener Zwischenresümees am Ende des jeweiligen Unterkapitels, mit denen sie besprochene Inhalte kompakt zusammenfasst.Donalies gibt mit dieser Arbeit einen Überblick über zentrale Topoi im Diskurs zu der einen, vermeintlich richtigen, deutschen Sprache auf Grundlage von qualitativen Analysen zu Sprachanfragen aus einem selbst zusammengestellten Korpus.Dieses setzt sich aus Anfragen aus eigener Korrespondenz, E-Mails mit Anfragen aus dem Wahrig-Korpus sowie Anfragen aus Foren zusammen (S. 13).Es soll entsprechend nicht als repräsentativ für laienlinguistische Sprachanfragen gelten, sondern wird vielmehr für explorative Detailanalysen von insgesamt 293 ausgewählten Anfragen genutzt.Als Sprachanfragen definiert sie für ihre Untersuchung "gezielt gerichtete Anfragenfrüher brieflich und telefonisch, heute überwiegend per Email oder in Internetforenzu Grammatik, Lexik, Orthografie, Phonologie etc." (S. 11).Für die Einordnung ihrer Ergebnisse stützt sich Donalies u. a. auf eine Reihe früherer Studien zu Sprachanfragen (u.a. Klosa 2001, 2005, Adler & Plewnia 2021) und eine Umfrage zu Spracheinstellungen deutscher Sprecher:innen von Hoberg et al. aus dem Jahr 2008, deren Ergebnisse sie in Teilen bestätigt, häufig aber auch gerade Letztere hinsichtlich ihrer Aktualität bzw.der Angemessenheit der Stichprobe hinterfragt (z.B. bei der Frage nach der Nutzung des Internets, bzgl.des Gebrauchs von Tabuwörtern usw.).Der Fokus der Arbeit liegt auf der Darstellung der Personen hinter solchen Anfragen und ihren Bedürfnissen, für die Donalies auch auf "unverlangte Selbstauskünfte" in den Anfragen zurückgreifen kann, die Auskunft über "Beruf, Status, Alter, Geschlecht, schulische und akademische Ausbildung, soziale und ethnische Herkunft" (S. 15) geben.Den größten Raum nimmt Kapitel 4.4 mit seinen vierzehn
Fields of Study & Subjects
Linguistic and Sociocultural Studies
Linguistic research and analysis
Linguistic Variation and Morphology
Publication details
- Journal / source
- Zeitschrift für Rezensionen zur germanistischen Sprachwissenschaft
- Publication date
- 3 February 2026
- Language
- EN