ÖKONOMISCHER DRUCK AM PRIVATEN WIENER WOHNUNGSMARKT Erfahrungen und Handlungsstrategien von MieterInnen
Abstract
Seit der Covid-19-Pandemie hat sich die anhaltende Wohnungskrise für MieterInnen in Wien verschärft. Eingebettet in ein wohlfahrtsstaatliches Umfeld, das Zwangsräumungen/Delogierungen erschwert, befasst sich dieser Beitrag mit wenig erforschten alltäglichen und relationalen Formen von krisengenerierter Verdrängung und der Handlungsfähigkeit von MieterInnen, wenn sie unter ökonomischen Druck geraten. Der Beitrag basiert auf Interviews mit MieterInnen im privaten Mietsegment, die eine steigende Wohnkostenbelastung wahrgenommen haben und diesbezüglich verschiedene Formen der Beratung oder Hilfe in Anspruch genommen haben. Die MieterInnen wenden „adaptive“ und „intervenierende“ Handlungen an, um den steigenden ökonomischen Druck zu bewältigen. Diese Handlungen des „un/doing displacement“ tragen auf ambivalente Weise nicht nur zur Verfestigung der Situation bei und wirken ihr entgegen, sondern sie prägen auch die räumlich-zeitlichen Erfahrungen der MieterInnen. Die Versuche, die Auswirkungen des ökonomischen Drucks durch Handlungsstrategien abzumildern, führen zu Modi, die den Alltag der Mieter- Innen u.a. durch Materialitäten, Körper, mentale und raum-zeitliche Konfigurationen „diktieren“. Mieter-Innen koproduzieren dementsprechend ihre eigenen (alltäglichen) Verdrängungserfahrungen relational.
Publication details
- Journal / source
- MIKRO-SEGREGATION & WOHNUNGSMARKT
- Publisher
- Austrian Academy of Sciences
- Publication date
- 14 January 2026
- Language
- DE