VERDRÄNGUNG VERSTEHEN Drei Perspektiven auf urbane Wohnunsicherheiten im Kontext globaler Wohnungskrisen
Abstract
Residenzielle Verdrängung zeigt sich weltweit in der aktuellen Krise der Leistbarkeit des Wohnens. Neben gewaltsamen Formen treten zunehmend subtilere Verdrängungsprozesse in Erscheinung, die tief in das Alltagsleben Betroffener eingreifen. Eine umfassende theoretische Auseinandersetzung mit diesen vielfältigen, krisengeprägten Formen fehlt bislang. Um diese Forschungslücke zu füllen, schlägt der Beitrag drei eng miteinander verwobene Perspektiven vor: „becoming displaceable“ beleuchtet die strukturellen Bedingungen, unter denen Menschen verdrängbar werden; „feeling displacing“ zeigt, wie Verdrängung affektiv und körperlich erfahren wird; „un/doing displacement“ beschreibt, wie Bewohnende mit dieser Situation umgehen und sie aktiv mitgestalten oder abwehren. Diese Konzeption erlaubt ein tieferes Verständnis für die Vielfalt und Ungleichheit von Verdrängungsprozessen, insbesondere alltägliche Formen jenseits von Zwangsräumungen oder Delogierungen. Weiters können komplexe Dynamiken der Verdrängung entwirrt werden sowie ihre Entstehung und Reproduktion verstehbar und sichtbar gemacht werden.
Fields of Study & Subjects
Urban Planning and Governance
Housing
Finance
and Neoliberalism
Urban
Neighborhood
and Segregation Studies
Publication details
- Publication date
- 13 January 2026
- Language
- DE