Identifikation von Risikofaktoren für eine bevorstehende myasthene Krise anhand von Standardlaborparametern - eine Pilot-Studie

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Authors: Mehnert, Anne
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Abstract

Myasthenia gravis ist eine seltene Autoimmunerkrankung, welche sich durch eine belastungs- und tageszeitabhängige Muskelschwäche mit Besserung der Symptomatik nach Ruhe auszeichnet. Die Krankheit zeigt in der Regel generalisierte Verläufe, dabei können potenziell alle quergestreiften Muskeln (Extremitäten-, Atem-, Kopfhalte-, Rumpf- und bulbäre Muskulatur) beteiligt sein. Eine Exazerbation der Krankheit, gekennzeichnet durch respiratorische Insuffizienz und die Notwendigkeit zur Beatmung und intensivmedizinischen Behandlung, nennt man myasthene Krise. Patientinnen und Patienten, die eine myasthene Krise erleiden, haben trotz stetiger Verbesserung der medizinischen Versorgung immer noch eine hohe Mortalitätsrate. Es gibt eine Reihe etablierter Risikofaktoren für eine bevorstehende myasthene Krise, aber bislang fehlen einfache Prädiktionswerkzeuge, um vulnerable Patientengruppen zu identifizieren und die Behandlung rechtzeitig anpassen zu können. Eine praktikable und kostengünstige Möglichkeit wäre die Verwendung von Standardlaborparametern zur Risikostratifizierung. Im klinischen Alltag erfolgt die Beurteilung von Krankheitsverläufen häufig anhand von Blutbild und Infektionsparametern. In der Literatur finden sich Hinweise, dass dies auch für die Myasthenie denkbar wäre. Mit der vorliegenden Pilotstudie untersuchte ich, ob es möglich ist, anhand von Blutbild und CRP das Risiko für das Auftreten einer Krise abzuschätzen. Diese Laborparameter wurden in einer retrospektiven Fall-Kontroll-Studie für Patientinnen und Patienten, die bereits eine oder mehrere Krisen erlitten und für Myasthenie-Erkrankte ohne Krisenereignis im Beobachtungszeitraum verglichen. Für die Analyse wurden zwei unterschiedliche statistische Modelle genutzt. Es handelt sich um eine monozentrische Studie mit 15 Patientinnen und Patienten aus dem integrierten Myastheniezentrum der Charité, die im Beobachtungszeitraum mindestens eine myasthene Krise erlitten, welche nach erfolgter Datenaufbereitung manuell ausgewählt und mit Kontrollpatientinnen und -patienten gematcht wurden. Die Ergebnisse zeigen, dass eine Risikostratifizierung für das Auftreten einer myasthenen Krise anhand von Laborparametern möglich ist. Aufgrund der geringen Fallzahl und der kleinen Kohorte wäre es jedoch notwendig meine Resultate in größeren, prospektiven Studien zu validieren, mit dem Ziel einen einfachen Prädiktionsscore zu erarbeiten und somit eine frühzeitige, individualisierte Therapieanpassung zu ermöglichen, die Mortalität der myasthenen Krise zu senken und die Therapie der Myasthenia gravis weiter zu verbessern.

Fields of Study & Subjects

Myasthenia Gravis and Thymoma Inflammatory Myopathies and Dermatomyositis Muscle and Compartmental Disorders

Publication details

Publication date
1 January 2026
Language
DE
Document type
Thesis