Untersuchung maternaler Todesfälle von 2019-2022 in Berlin

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Authors: Julia Callaghan
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Abstract

Müttersterblichkeit bleibt trotz moderner medizinischer Versorgung ein erschütternder Schicksalsschlag, der das Leben von Familien, das soziale Umfeld der Frauen und Mit arbeitenden des Gesundheitswesens tiefgehend trifft. Ein Müttersterbefall ist definiert als Tod einer Frau während der Schwangerschaft oder innerhalb von 42 Tagen nach Been digung einer Schwangerschaft, wobei die Todesursache in kausalem Zusammenhang zu der Schwangerschaft steht. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) geht für Deutschland für den Zeitraum 2019-2022 von einer Mütter sterberate von 3,6 Frauen pro 100.000 Lebendgeborenen aus. Diese Angaben basieren auf Diagnosen auf Leichenschauscheinen. Ein Register für Müttersterblichkeit existiert in Deutschland aktuell nicht. Ziel dieser Arbeit ist die Erhebung des Ausmaßes von Mütter sterbefällen in Berlin zwischen 2019 und 2022 sowie die Identifikation von Todesursa chen und Gründen für ein potenzielles Underreporting der Fälle. Die Datenerhebung er folgte durch eine Analyse von Leichenschauscheindaten von Frauen im reproduktionsfä higem Alter, die zwischen 2019 und 2022 in Berlin verstarben. Eine Zusatzanalyse von allen an der Charité – Universitätsmedizin Berlin verstorbenen Frauen wurde durchge führt, um Müttersterbefälle zu identifizieren, die nicht auf dem Leichenschauschein als solche erkenntlich waren. Insgesamt erfüllten 2316 Todesfälle die Einschlusskriterien der Studie. Es konnten über die Leichenschauscheindaten 18 schwangerschaftsassoziierte Todesfälle identifiziert werden, von denen zwölf Müttersterbefälle nach WHO-Kriterien darstellten. Über die Analyse an der Charité konnten zwei zusätzliche Müttersterbefälle identifiziert werden. Ursachen für direkte Müttersterblichkeit waren thromboembolische Ereignisse (n=3), Tod infolge von Abort oder Abbruch (n=3), hypertensive Erkrankungen (n=2) und geburtshilfliche Blutungen (n=1). Indirekte Müttersterbefälle (u. a. durch Malig nome, nicht-gynäkologische Infektionen) traten in 35,7% der Fälle (n=5) auf. Insgesamt betrug die Müttersterblichkeitsrate in dieser Studie 9,1 Frauen pro 100.000 Lebendgebo renen und lag damit mehr als doppelt so hoch wie offizielle Schätzungen. In mehr als 70% der Müttersterbefälle wurde keine relevante Diagnose auf dem Leichenschauschein angegeben, sodass diese Fälle nicht durch die aktuelle Erhebungsmethode erfasst wer den können. Die Einführung eines Registers zur Erfassung von Müttersterbefällen wäre ein wichtiger Schritt, um Müttersterblichkeit in Deutschland in Zukunft zuverlässiger er fassen zu können.

Fields of Study & Subjects

Maternal and fetal healthcare Global Maternal and Child Health Maternal and Neonatal Healthcare

Publication details

Publication date
1 January 2026
Language
DE
Document type
Thesis