Prävention von HIV-Serokonversionen bei HIV-negativen schwangeren Frauen in Kabarole District, Uganda

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Authors: Lisa Sara Jahn
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Abstract

Schwangere Frauen in Subsahara-Afrika sind besonders gefährdet für eine HIV-Infektion. Um HIV-Serokonversionen während der Schwangerschaft zu vermeiden, wurde im Rahmen einer Implementierungsstudie eine Präventionsstrategie für schwangere Frauen in Kabarole District, Uganda, durchgeführt und ihre Wirksamkeit evaluiert. Die multizentrische Studie wurde von 2020-2021 in drei Gesundheitseinrichtungen in Kabarole District (Uganda) durchgeführt. Während des ersten Besuchs in der Schwangerenvorsorge wurden entsprechend der Einschlusskriterien HIV-negativ getestete Schwangere rekrutiert. Anhand strukturierter Fragebögen und Interviews wurden soziodemografische Daten und Informationen zum HIV-Risikoverhalten erhoben. Mittels eines Risikobewertungsinstruments erhielten die Frauen eine individuelle HIV-Beratung, inklusive möglicher Überweisung zu einer Präexpositionsprophylaxe. Waren die Partner anwesend, wurde diesen ein HIV-Test angeboten. Erschienen die Frauen alleine, erhielten die Partner ein förmliches Einladungsschreiben für eine gemeinsame Terminwahrnehmung nach drei Monaten mit erneuter Datenerhebung und HIV-Testung. Kamen die Frauen nicht zum Nachtestungstermin, wurden sie telefo-nisch erinnert. Die Identifizierung von Faktoren, die mit HIV-Risikoverhalten assoziiert sind, erfolgte mittels statistischer Datenanalyse in Form von univariabler und multivariabler logistischer Regression. In die Studie wurden 1081 Frauen eingeschlossen. Bei 116 (10,7%) ergab die Befragung bei Erstbesuch HIV-Risikoverhalten. 34 Frauen qualifizierten sich qua Risikobewertung für eine PrEP, jedoch suchten nur drei (8,8%) PrEP-Dienste auf. Die Nachun-tersuchung erfolgte bei 844 (78,1%) Frauen und 248 (29,4%) Partnern. Bei zwei Frauen war zwischen beiden ANC-Terminen eine Serokonversion erfolgt, was einer Inzi-denzrate von 0,76 Serokonversionen pro 100 Personenjahre entsprach. Zum Nach-testungstermin berichteten 42 (5,0%) Frauen HIV-Risikoverhalten. Als signifikant assoziierte Parameter mit HIV-Risikoverhalten trotz Intervention wurden das Klientel der ländlichen Gesundheitseinrichtung in Kibiito (aOR 4; 95%CI 1,5-10,3) im Vergleich zum städtischen Regionalkrankenhaus Buhinga, ein positiver oder unbekannter HIV-Partnerstatus (aOR 2,9; 95%CI 1,2-6,9) gegenüber einem bekannt HIV-negativen Partner sowie Alkoholmissbrauch des Partners (aOR 2,7; 95%CI 1,2-6,3) identifiziert. Die Implementierungsstudie untersuchte eine umfassende HIV-Präventionsstrategie für HIV-negative Schwangere. Sie zeigte eine dreifach reduzierte HIV-Serokonversionsrate im Vergleich zur 2017 im gleichen Setting durchgeführten Baseline-Studie mit 2,9 Serokonversionen/100 Personenjahre. Die implementierten Maßnahmen können daher als Erfolg gewertet werden. Von intensivierten Maßnahmen zur HIV-Prävention könnten Frauen aus einem niedrigeren sozialen Milieu und mit einem niedrigeren Bildungsabschluss besonders profitieren.

Fields of Study & Subjects

HIV/AIDS Research and Interventions HIV Drug Use Sexual Risk Cervical Cancer and HPV Research

Publication details

Publication date
1 January 2026
Language
DE
Document type
Thesis