Umsetzbarkeit des Nationalen Kompetenzbasierten Lernzielkatalogs Medizin (NKLM 2.0) im Rahmen des Moduls „interprofessionelle Kommunikation in der Notaufnahme“

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Authors: Jonas Pietsch
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Abstract

Hintergrund: Zusammen mit der neuen ärztlichen Approbationsordnung soll auch der Nationale Kompetenzbasierte Lernzielkatalog Medizin (NKLM) verbindlich in Kraft treten. Dieser soll bis dahin erprobt und weiterentwickelt werden. In einem neuen und eigenen Kapitel adressiert der NKLM Lernziele, die interprofessionellen Kompetenzen zugeordnet sind. Diese interprofessionellen Lernziele müssen folglich auch erprobt/evaluiert werden. Zugleich müssen bereits bestehende interprofessionelle Lehrveranstaltungen (IPE) mit jenen neuen NKLM-Lernzielen abgeglichen und gegebenenfalls angepasst werden. Die Charité bietet mit dem Wahlpflichtmodul „interprofessionelle Kommunikation in der Notaufnahme“ bereits interprofessionelle Lehrveranstaltungen, welche hinsichtlich der Abdeckung des NKLM untersucht werden. Methodik: Ein sequenziell exploratives Mixed-Methods-Design wurde gewählt. In einer ersten qualitativen Phase wurden die Items für eine sich anschließende, quantitative Phase entwickelt. Die qualitative Phase umfasste die Entwicklung eines Evaluationsbogens auf Grundlage von Fokusgruppen-Diskussionen innerhalb einer interdisziplinären Expert*innengruppe, des Abgleichs mit dem Modulhandbuch und der Befragung von Modulleitenden. In der quantitativen Phase evaluierten die Teilnehmenden das Wahlpflichtmodul mit Hilfe des entwickelten vollstanddardisierten Evaluationsbogens in zwei Evaluationsrunden. Ergebnisse: Der Anteil nicht durch das Modul abgedeckter NKLM-Lernziele übersteigt den Anteil abgedeckter Lernziele etwas (44% abgedeckt, 56% nicht abgedeckt). An den zwei Evaluationsrunden mithilfe des vollstandardisierten Evaluationsbogens nahmen 26 Medizinstudierende teil. Das Modul brachte grundsätzlich bei allen Items einen eher positiven Kompetenzerwerb, besonders bei den Aspekten „offene Haltung im Team“ und „Wahrnehmung eigener Grenzen“. Teilnehmende ohne Vorerfahrung in interprofessioneller Zusammenarbeit zeigten einen größeren Kompetenzerwerb. Besonders ausgeprägt war der Unterschied beider Kohorten bei dem Entwickeln einer „offenen, wertschätzenden Haltung“ und dem „Bewusstwerden eigener Grenzen“. Diskussion und Schlussfolgerungen: Die NKLM-Lernzielabdeckung ist aufgrund der speziellen notfallmedizinischen Verortung des Moduls als eher hoch anzusehen. Eine breitere curriculare Implementierung von IPE-Formaten muss dennoch stattfinden, um die bisher nicht abgedeckten Lernziele vermehrt abzudecken. Besonders gut fiel der Kompetenzerwerb bei Kompetenzen aus, die den eigenen Persönlichkeitsbereich betreffen, schlechter bei Kompetenzen, die sich an übergeordneten Konzepten orientieren und die einen Kontakt zu anderen Personen/Professionen erfordern. Einen möglichen Ansatz zur Verbesserung des Transfers der untersuchten Kompetenzen in die Praxis stellen Entrustable Professional Activities dar. Hinsichtlich des unterschiedlichen Kompetenzerwerbs in Abhängigkeit von der Vorerfahrung sollten Adaptive Learning Konzepte in IPE-Formate implementiert werden.

Fields of Study & Subjects

Innovations in Medical Education Interprofessional Education and Collaboration Competency Development and Evaluation

Publication details

Publication date
1 January 2026
Language
DE
Document type
Thesis