Charakteristika von Patient*innen mit neurologischen Erkrankungen auf der deutschlandweit ersten Station für NeuroPalliativeCare

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Authors: Johanna Meyerling
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Abstract

Einleitung: Fortschreitende neurologische Erkrankungen führen oft zu einer hohen Beschwerdelast und eingeschränkten Lebensqualität. Der Bedarf an palliativer Begleitung dieser Patient*innengruppe wird zunehmend erkannt und Strukturen werden aufgebaut, die eine neurologische und palliativmedizinische Begleitung kombinieren. 2021 wurde am Virchow-Klinikum der Charité – Universitätsmedizin Berlin die deutschlandweit erste Station für NeuroPalliativeCare (NPC) eröffnet. Methode: Wir analysierten retrospektiv klinische Routinedaten von neurologischen Patient*innen, die zwischen Februar 2021 bis Februar 2022 eine spezialisierte palliative Komplexbehandlung auf der Station für NPC erhielten. Ein palliatives Basisassesment (PBA) wurde zur Aufnahme und Entlassung erhoben. Nur Patient*innen, bei denen ein PBA zu beiden Zeiten vorlag, wurden eingeschlossen. Die PBAs wurden mittels des Wilcoxon und McNemar Tests verglichen; Unterschiede innerhalb der Gruppen wurden mittels Chi-Quadart-Test sowie Mann-Whitney-U-Test / Kruskal-Wallis-Test untersucht. Aufgrund des explorativen Designs dieser Arbeit wurde keine Korrektur für multiples Testen vorgenommen. Das Signifikanzniveau wurde auf 5% festgelegt. Ergebnisse: 103 Patient*innen wurden eingeschlossen (52% weiblich; Durchschnittsalter 65 Jahre). Neurologische sowie neuro-onkologische Diagnosen waren in etwa gleich häufig. Patient*innen wurden überwiegend von Normalstationen oder elektiv aufgenommen und verweilten durchschnittlich 15 Tage auf der Station für NPC. 59% waren mindestens halbtags auf Hilfe angewiesen oder vollständig pflegebedürftig. Physische Beschwerden waren meist motorik-, fatigue-, kommunikations- und schmerz assoziiert. Psychische Beschwerden umfassten häufig Trauer sowie Sorgen der Patient*innen und ihrer An- und Zugehörigen. Die Hälfte der Patient*innen wurden ohne eine palliative Weiterversorgung entlassen; 21% gingen in ein Hospiz; 17% wurden mit einer Spezialisierten Ambulanten Palliativversorgung (SAPV) entlassen. Physische Beschwerden nahmen zur Entlassung hin ab; psychische Beschwerden blieben häufig bestehen. Die Lebensqualität wurde bei Entlassung besser eingeschätzt. 75% konnten in einer stabilen Krankheitsphase entlassen werden. Diskussion: Erstmals erfolgte eine Charakterisierung neurologischer Patient*innen, die auf der Station für NPC betreut wurden. Ein möglicher positiver Effekt der spezialisierten palliativen stationären Betreuung zeichnet sich ab. Die Ergebnisse sind explorativ und beziehen sich nur auf entlassene Patient*innen; auf der Station verstorbene Patient*innen wurden ausgeschlossen. Hypothesengenerierte prospektive Studien sind erforderlich, um unsere Ergebnisse zu bestätigen.

Fields of Study & Subjects

Palliative Care and End-of-Life Issues Palliative and Oncologic Care Pain Management and Opioid Use

Publication details

Publication date
1 January 2026
Language
DE
Document type
Thesis