Kognitive Beeinträchtigung, neuronale Autoantikörper und kognitives Training bei Patientinnen mit Mammakarzinom

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Authors: Mira Bierend
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Abstract

Tumorassoziierte kognitive Beeinträchtigungen (CRCI) treten bei einem Großteil der Tumorpatientinnen und -patienten auf. Betroffen sind vor allem die kognitiven Bereiche Aufmerksamkeit, Kurzzeitgedächtnis und Exekutivfunktionen, weshalb CRCI zu einer mitunter ausgeprägten Einschränkung der Lebensqualität führt. Am besten ist CRCI bisher beim Mammakarzinom untersucht – dennoch ist die genaue Pathogenese unklar. Zunehmend wird ein multifaktorielles Konzept diskutiert, welches letztlich zu einer Dysfunktion u.a. des Hippocampus und des Frontallappens und dadurch zu einer Beeinträchtigung der mit diesen Bereichen assoziierten kognitiven Funktionen führt. Neuere Ansätze beschäftigen sich zudem mit der Rolle neuronaler Autoantikörper in der Pathogenese von CRCI. Viele Therapieformen für CRCI, inklusive webbasierter kognitiver Trainingsprogramme, wurden bereits in zahlreichen Studien untersucht. Vor allem für den Zeitraum während oder kurz nach Abschluss der Tumortherapie, wenn CRCI am häufigsten auftritt, existieren bislang aber nur wenige Studien zu kognitiven Trainingsprogrammen. In der dieser Arbeit zugrundeliegenden Studie wurde ein webbasiertes kognitives Training als Therapieoption für CRCI bei Brustkrebspatientinnen evaluiert. Zusätzlich wurde das Vorhandensein neuronaler Autoantikörper bei den Patientinnen geprüft. Hierfür wurden in einer randomisierten kontrollierten Pilotstudie 31 Brustkrebspatientinnen während oder kurz nach Abschluss der Tumortherapie rekrutiert. Die Probandinnen durchliefen entweder eine 14-wöchige Intervention mit einem webbasierten kognitiven Training oder wurden einer Kontrollgruppe zugeteilt. Vor und nach der Intervention erfolgte eine ausführliche neuropsychologische Testung, neurologische Untersuchung und die Erhebung subjektiver kognitiver Beeinträchtigungen mittels verschiedener Fragebögen. Vor Beginn des Interventionszeitraumes wurden Serumproben aller Patientinnen auf verschiedene neuronale Autoantikörper getestet. Die Interventionsgruppe wies im Anschluss an das kognitive Training signifikant weniger kognitive Beeinträchtigungen insgesamt sowie für die kognitive Domäne Exekutivfunktionen als vor der Intervention sowie im Vergleich zur Kontrollgruppe auf. Die subjektive kognitive Beeinträchtigung besserte sich durch das kognitive Training jedoch nicht. Insgesamt fanden sich bei 6/31 Patientinnen direkte oder indirekte Nachweise neuronaler Autoantikörper in den Serumproben. Die vorliegende Arbeit zeigt, dass mit einem webbasierten kognitiven Training bei Mammakarzinompatientinnen mit CRCI eine signifikante Verbesserung der Kognition, insbesondere für den Bereich Exekutivfunktionen, erreicht werden kann. Bei der vorliegenden Studie handelt es sich um die erste Studie dieser Art, die während bzw. kurz nach Abschluss der adjuvanten Tumortherapie stattfand. Für eine abschließende Interpretation des Zusammenhanges von neuronalen Autoantikörpern und CRCI sind weitere Studien erforderlich.

Fields of Study & Subjects

Cancer-related cognitive impairment studies Intensive Care Unit Cognitive Disorders Autoimmune Neurological Disorders and Treatments

Publication details

Publication date
1 January 2026
Language
DE
Document type
Thesis