Intravenöse Induktionstherapie mit anschließender oraler Therapie versus alleinige orale Therapie: Nichtunterlegenheitsstudie zur Behandlung des Morbus Whipple

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Authors: Krüger, Justina
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Abstract

Hintergrund und Zielsetzung: Morbus Whipple ist eine seltene multisystemische chronische Infektionskrankheit mit Tropheryma whipplei, die ohne eine antibiotische Therapie tödlich verläuft. Aktuell gibt es zwei Behandlungsansätze: die alleinige orale Therapie mit Doxycyclin und Hydroxychloroquin sowie die intravenöse Induktionstherapie mit Ceftriaxon, die einen Krankenhausaufenthalt erfordert und Risiken für behandlungsbedingte Komplikationen birgt. Letztere wird gefolgt von einer oralen Erhaltungstherapie mit Trimethoprim/Sulfamethoxazol. Das Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, die beiden Therapieansätze in einer klinischen Studie zu vergleichen und eine Nichtunterlegenheit der alleinigen oralen Antibiotikatherapie zu überprüfen. Methodik: Im Zeitraum von 2010 bis 2018 wurden in einer prospektiven monozentrischen, randomisierten und kontrollierten klinischen Nichtunterlegenheitsstudie 60 Patient:innen in die Behandlungsgruppe A mit intravenöses Ceftriaxon (2g OD, 14 Tage), gefolgt von oralem Trimethoprim/Sulfamethoxazol (960mgBID) oder in die BehandlungsgruppeB mit oralem Doxycyclin (100mg BID) und Hydroxychloroquin (200mg BID) randomisiert. In Behandlungs- gruppe B wurde bei zerebraler Infektion Trimethoprim/Sulfamethoxazol hinzugefügt. Primärer Endpunkt war Erreichen einer klinischen Komplettremission ohne Rezidiv während eines Beobachtungszeitraumes von 2 Jahren. Primäres Studienziel war Nichtunterlegenheit der rein oralen Antibiotikatherapie (-18Prozentpunkte). Sekundäre Endpunkte waren histologische Remission der Duodenalschleimhaut sowie Eliminierung des Erregers aus Duodenum und/oder Liquor. Sicherheit und Verträglichkeit der Prüfmedikamente wurden ebenfalls bewertet. Ergebnisse: In Behandlungsgruppe A erreichten 80,6% und in Behandlungsgruppe B 96,6% der Patient:innen eine klinische Komplettremission (Risikodifferenz 15,9 Prozentpunkte; 95%- Konfidenzintervall -1,2 bis 33,1). Histologische Remission wurde bei allen Patient:innen nach- gewiesen. In Behandlungsgruppe A erlangten 95,4% und in B 95,2% der Patient:innen PCR- Negativität des Duodenum. Eine Eradikation aus dem Liquor erreichten in Behandlungsgruppe A 91,7% und in B 100,0% der Patient:innen. Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse traten bei 41,9% der Patient:innen in Behandlungsgruppe A, darunter zwei Todesfälle, und bei 27,6% in Behandlungsgruppe B auf. Schlussfolgerung: Die alleinige orale Antibiotikatherapie des Morbus Whipple ist einer sequenziellen intravenösen/oralen Behandlung nicht unterlegen und sicher, erleichtert das Patientenmanagement, ist kostengünstiger und kann Komplikationen reduzieren.

Fields of Study & Subjects

Whipple's Disease and Interleukins Veterinary medicine and infectious diseases Vector-borne infectious diseases

Publication details

Publication date
1 January 2026
Language
DE
Document type
Thesis