Noziplastische und neuropathische Schmerzen bei Patientinnen und Patienten mit röntgenologischer axialer Spondyloarthritis
Abstract
Einleitung Durch die Einführung von biologischen krankheitsmodifizierenden Antirheumatika (bDMARDs) ist bei Patientinnen und Patienten mit axialer Spondyloarthritis (axSpA) eine nachhaltige Kontrolle der Inflammation möglich geworden. Die Annahme, dass unter einer Kontrolle der Inflammation Symptomfreiheit für diese Patientinnen und Patienten erreicht werden könne, bleibt jedoch unerfüllt. Noziplastische (NoP) und neuropathische Schmerzen (NP) stellen mechanistische Deskriptoren für Schmerzen dar, die das Konzept der nozizeptiven Schmerzen erweitern und spezifische Schmerzerlebnisse näher beschreiben. Ihre Beteiligung an der Symptomatik rheumatischer Erkrankungen ist Gegenstand aktueller Forschungsarbeiten. Zielsetzung Die Untersuchung der Beteiligung von NoP und NP an der residualen Symptomatik bei Patientinnen und Patienten mit röntgenologischer axSpA (r-axSpA), die unter Therapie mit einem bDMARD stehen. Des Weiteren sollen spezifische sensorische Symptomprofile und Schmerzverteilungsprofile untersucht werden. Methoden Zur Quantifizierung der residualen Symptomatik wurden der Ankylosing Spondylitis Disease Activity Score (ASDAS) und der Bath Ankylosing Spondylitis Disease Activity Index (BASDAI) verwendet. Das Ausmaß von NoP wurde mit dem Widespread Pain Index (WPI), während für NP der PainDETECT-Fragebogen (PD) verwendet wurde. Das erste Item des BASDAI wurde zur Quantifizierung der Fatigue verwendet. Lineare und logistische Regressionsanalysen wurden durchgeführt, um Assoziationen zwischen NoP bzw. NP und der residualen Krankheitsaktivität zu untersuchen. Für die Clusteranalyse der Schmerzverteilungsprofile wurden die Items des WPIs verwendet, wohingegen für die sensorischen Schmerzprofile die normalisierten Items des PD verwendet wurden. Ergebnisse Sowohl der WPI (Regressionskoeffizient (b): 0,1, 95 %-Konfidenzintervall (KI): 0,04 - 0,17) als auch der PD (b: 0,05; 95 %-KI: 0,02 – 0,08) zeigten in der multivariablen linearen Regressionsanalyse eine signifikante Assoziation mit dem ASDAS bei Korrektur für zahlreiche mögliche Confounder. Auch für den BASDAI zeigten WPI (b: 0,24; 95 %-KI: 0,08 - 0,39) und PD (b: 0,17; 95 %-KI: 0,1 - 0,25) eine signifikante Assoziation. In einer Sensitivitätsanalyse in Patientinnen und Patienten mit nicht-erhöhten Entzündungswerten gemessen als C-reaktives Protein (CRP) ≤ 5 mg/l blieben diese Zusammenhänge signifikant. Auch für die Fatigue zeigte sich eine signifikante Assoziation zu WPI (b: 0,35; 95 %-KI: 0,06 - 0,64) und PD (b: 0,17; 95 %-KI: 0,03 - 0,31). Die Clusteranalysen ergaben 3 spezifische Schmerzverteilungsprofile und 4 sensorische Symptomprofile. Schlussfolgerung Bei Patientinnen und Patienten mit r-axSpA, die unter Therapie mit bDMARDs stehen, können Teile der residualen Symptomatik durch die Beteiligung von NoP und NP erklärt werden. Die gezielte Untersuchung auf diese Schmerzkomponenten und ihre spezifische Therapie stellt einen möglichen Ansatz zur Reduktion residualer Symptome dar.
Fields of Study & Subjects
Spondyloarthritis Studies and Treatments
Pain Mechanisms and Treatments
Musculoskeletal pain and rehabilitation
Publication details
- Publication date
- 1 January 2026
- Language
- DE
- Document type
- Thesis