Offener und laparoskopischer Verschluss von lateralen Narbenhernien - Analyse perioperativer Ergebnisse und klinischer Risikofaktoren für ein Hernienrezidiv
Abstract
Narbenhernien sind eine häufige Spätkomplikation nach ventraler Bauchwandchirurgie. Während sich mediane Narbenhernien aufgrund der größeren Fallzahl im Fokus der internationalen Forschung befinden, ist die Datenlage für laterale Narbenhernien eher spärlich. Ziel der vorliegenden Arbeit war es daher die genaue Therapie und das Ergebnis der operativen Versorgung von lateralen Narbenhernien an zwei Standorten der Charité - Universitätsmedizin Berlin zu untersuchen. Hierzu wurden zwischen 2010 und 2016 insgesamt 146 Patientinnen und Patienten identifiziert, die aufgrund einer lateralen Narbenhernie operativ therapiert wurden und bei denen eine Netzeinlage erfolgte. Die Hauptziele der Untersuchung waren der Vergleich zwischen der offenen Operation und der minimal-invasiven Technik sowie die Ergebnisse der Therapie im Langzeitverlauf in Bezug auf Hernienrezidive. Die beiden Operationsgruppen zeigten keine Unterschiede im Bereich der demographischen und hernienspezifischen Daten. Rund ein Viertel der Patientinnen und Patienten wiesen eine Hernie im subkostalen Bereich auf, bei rund einem weiteren Viertel zeigte sich die Hernie im Bereich der Flanke und bei rund 50% bestand die Hernie iliakal. Lumbale Hernien zeigten sich lediglich in 4% der Fälle. In Bezug auf die Operationsdauer und postoperative Komplikationen zeigten sich ebenfalls keine Unterschiede zwischen der offenen und der laparoskopischen Versorgung. Die Krankenhausverweildauer war nach laparoskopischer Operation jedoch rund 5 Tage kürzer (11.0 ±15.3d vs. 5.4 ±4.9d; p-Wert: 0.015). Das Follow-up umfasst im Mittel rund 3,5 Jahre (offene Operation 47 Monate, laparoskopische Operation 40 Monate). Dabei zeigte sich, dass die Rezidivraten der beiden Gruppen vergleichbar sind (offen: 14.0% vs. lap. 10.3%; p-Wert: 0.738). In der univariaten und multivariaten Analyse zeigte sich dann ein erhöhter BMI von über 30kg/m2, eine postoperative Wundinfektion und eine subkostale Hernienlokalisation als eigenständige Risikofaktoren für die Entwicklung eines Hernienrezidivs. Zusammenfassend kann die laparoskopische Hernienversorgung einer lateralen Narbenhernie in Bezug auf die frühen postoperativen Ergebnisse und die langfristige Prognose dem offenen Vorgehen als ebenbürtig bezeichnet werden. Übergewichtige Patientinnen und Patienten und solche mit postoperativen Wundheilungsstörungen haben analog zu anderen Hernien ein deutlich erhöhtes Rezidivrisiko. Die Versorgung der subkostalen Hernien ist technisch herausfordernd und zeigt ebenfalls eine deutlich höhere Rezidivwahrscheinlichkeit als laterale Narbenhernien der Flanke, iliakal oder in der Lendenregion.
Fields of Study & Subjects
Hernia repair and management
Minimally Invasive Surgical Techniques
Stoma care and complications
Publication details
- Publication date
- 1 January 2026
- Language
- DE
- Document type
- Thesis