Wiederholte Impfungen gegen COVID-19 bei nierentransplantierten Patient*innen: Erfolgsraten und Einflussfaktoren auf die Serokonversion
Abstract
Hintergrund: Nierentransplantierte Patient*innen zeigen kein ausreichendes Impfansprechen, gekennzeichnet durch geringere Serokonversionsraten und schwerere Krankheitsverläufe als in der Normalbevölkerung. Diese retrospektive Studie untersucht systematisch, ob das Ansprechen durch eine dritte sowie vierte und fünfte Impfung bei bisher nicht serokonvertierten Patientinnen erreicht werden kann. Des Weiteren werden Einflussfaktoren auf eine Serokonversion ermittelt, u.a. der Effekt der Modifikation des Immunsuppressivums Mycophenolsäure. Im Verlauf werden die Antikörperspiegel serokonvertierter nierentransplantierter Patient*innen über die Zeit beobachtet. Methoden: Zwischen dem 27.12.2020 und dem 31.12.2021 wurden 1478 nierentransplantierte Patient*innen in der Klinik m.S. Nephrologie und Internistische Intensivmedizin der Charité-Universitätsmedizin Berlin geimpft. Nach minimal zwei Wochen erfolgte eine Impferfolgskontrolle durch eine anti-SARS-CoV-2 Antikörpermessung mittels verschiedener Immunoassays im Lokallabor. Retrospektiv wurde das Impfansprechen nach jeweiliger Impfung und kumulativ analysiert. Einflussfaktoren auf eine Impfantwort wurden mittels multivariater Analyse durch logistische Regression ermittelt. Das MPA-Regime wurde entsprechend dem Risiko einer Transplantatabstoßungsreaktion modifiziert (Pausierung, Reduktion, Beibehaltung) und die Impfantwort zwischen den Gruppen verglichen. Der Verlauf der Antikörperspiegel wurde durch mehrere Erfolgskontrollen in 4 Monaten beurteilt. Ergebnisse: Bei zuvor nicht ansprechenden nierentransplantierten Patient*innen betrug die Serokonversionsrate nach der dritten Impfung 29,4%, nach der vierten Impfung 55,6% und nach der fünften Impfung 57,5% Serokonversionsrate nach fünf Impfungen war 88,7%. jüngeres Alter, ein höherer BMI, höhere Hämoglobin-Werte, ein höheres Alter des Transplantats, eine höhere eGFR sowie ein bereits vorhergehendes niedrig-positives Ansprechen auf eine Impfung. Belatacept- und MPA-Medikation stellten sich als negative Einflussfaktoren dar. Bei Patient*innen mit Belatacept-Therapie blieb ein Impfansprechen auch nach wiederholten Impfungen aus. Ein Pausieren von MPA erzeugte signifikant mehr positive Impfantworten als eine Reduktion oder eine Beibehaltung des Medikaments. Über 4 Monate sinken Antikörperspiegel nach dem erstmaligen Impfansprechen wieder ab, in 12,2% der Fälle sogar wieder unter den Cut-off-Wert. nierentransplantierten Patient*innen . Die kumulative Einflussfaktoren auf eine positive Impfantwort waren ein Schlussfolgerung: Wiederholte Impfungen führen bei nierentransplantierten Patient*innen zu einer laborchemischen Serokonversion. Patient*innen unter Therapie mit Belatacept sind auf alternative Behandlungs- und Präventionsmöglichkeiten gegen COVID- 19 angewiesen. Das Pausieren der Mycophenolsäure-Medikation über den Impfzeitraum führt zu einer besseren Serokonversionsrate. Im Verlauf fallen Antikörperspiegel bei schnell wieder ab.
Fields of Study & Subjects
SARS-CoV-2 and COVID-19 Research
Renal Transplantation Outcomes and Treatments
Vaccine Coverage and Hesitancy
Publication details
- Publication date
- 1 January 2026
- Language
- DE
- Document type
- Thesis