Niedriger Knöchel-Arm-Index, kognitive Funktion und kardiovaskuläres Rezidivrisiko nach erstmalig erlittenem ischämischen Schlaganfall

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Authors: Maria R. V. Stillfried
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Abstract

Hintergrund: Ein niedriger Knöchel-Arm-Index (engl. ankle-brachial index, ABI) ≤ 0,9 ist ein Marker für generalisierte Atherosklerose und ein Risikofaktor für kognitive Einschränkung in der Allgemeinbevölkerung. Darüber hinaus ist er mit einem erhöhten Schlaganfallrisiko und einem schlechteren kardiovaskulären Outcome nach erlittenem Schlaganfall assoziiert. Ziel dieser Arbeit war es, den Einfluss eines niedrigen ABIs ≤ 0,9 auf die kognitive Funktion und das kardiovaskuläre Rezidivrisiko in der akuten Schlaganfallphase und über einen dreijährigen Nachbeobachtungszeitraum hinweg bei Patienten mit erstmalig erlittenem ischämischen Schlaganfall zu erfassen. Methoden: Die Daten stammen aus der ‚PROSpective Cohort with Incident Stroke – Berlin‘ Studie (PROSCIS-B; NCT01363856). Der ABI wurde zu Studienbeginn erhoben und in normal (1,4 – 0,9) vs. niedrig (≤ 0,9) eingeteilt. Die kognitive Funktion wurde in der akuten Schlaganfallphase mithilfe des Montreal Cognitive Assessment (MoCA) und des Mini Mental State Examination (MMSE) und im dreijährigen Follow-Up jährlich mit dem Telephone Interview for Cognitive Status-modified (TICS-m) erfasst. Mit verallgemeinerten linearen Modellen (generalized linear models; GLM) wurde das für Störfaktoren adjustierte relative Risiko (RR) für eine eingeschränkte kognitive Funktion zur Baseline bestimmt (MMSE ≤ 26; MoCA ≤ 25) und mit linear gemischten Modellen (linear mixed models; LMM) der Effekt eines niedrigen ABIs auf die kognitive Funktion (TICS-m Werte) über den dreijährigen Nachbeobachtungszeitraum erfasst. Das kardiovaskuläre Rezidivrisiko (bestehend aus erneutem Schlaganfall, Myokardinfarkt und vaskulärem Tod) wurde mit für Störfaktoren adjustierte Hazard Ratios (HR) berechnet. Ergebnisse: Die Arbeit schloss 325 Patienten mit mildem bis moderatem erstmaligem ischämischen Schlaganfall ein (Durchschnittsalter: 66 [SD= 13], 38% weiblich, Median des NIHSS = 2 [IQR= 1 – 4], ABI ≤ 0,9 = 59 [18%]). Patienten mit niedrigem ABI hatten ein höheres Risiko für kognitive Einschränkung in der akuten Schlaganfallphase (adjustiertes RR für MoCA ≤ 25 = 1,98; 95%-CI: 1,24 bis 3,16). Die erzielten TICS-m-Werte im Nachbeobachtungszeitraum waren konstant schlechter bei Patienten mit niedrigem ABI (adjustiertes ß = -1,96; 95%-CI: -3,55 bis -0,37). Unabhängig vom ABI fand kein kognitiver Abbau über die drei Jahre statt (adjustiertes ß: 0,29; 95%-CI: -0,06 bis 0,64). Patienten mit niedrigem ABI hatten ein erhöhtes kardiovaskuläres Rezidivrisiko (adjustiertes HR: 2,06; 95%-CI:0,98 bis 4,34). Schlussfolgerung: In Patienten mit mildem bis moderatem erstmaligem ischämischen Schlaganfall geht ein niedriger ABI mit einer reduzierten kognitiven Funktion sowie mit einem erhöhten kardiovaskulären Rezidivrisiko in einem dreijährigen Nachbeobachtungszeitraum einher.

Fields of Study & Subjects

Acute Ischemic Stroke Management Peripheral Artery Disease Management Dementia and Cognitive Impairment Research

Publication details

Publication date
1 January 2026
Language
DE
Document type
Thesis