Macht Fluvoxamin faul? Sedierung durch antidepressiv wirksame Substanzen und der Einfluss auf körperliche Aktivität

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Authors: Tim Ole Aurich
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Abstract

Hintergrund: Die Erhöhung körperlicher Aktivität kann Lebensqualität und Gesundheit von Patient:innen mit unipolarer Depression verbessern, weswegen die Erforschung potenzieller Einflussfaktoren auf das Aktivitätsniveau bedeutend ist. Ein solcher Einflussfaktor könnten die sedierenden Nebenwirkungen bestimmter Psychopharmaka sein. Es gibt aktuell keine umfassende, methodisch einheitliche Übersicht zu sedierenden Wirkungen antidepressiv wirksamer Substanzen in der Literatur. Zudem ist unklar, welchen Einfluss diese auf das Aktivitätsniveau haben. Diese Arbeit zielt darauf ab, eine evidenzbasierte Einteilung dieser Substanzen zu erstellen und Patient:innen anhand der sedierenden Wirkungen ihrer antidepressiven Medikation im Hinblick auf Parameter körperlicher Aktivität zu vergleichen. Methoden: Datenbanken wurden systematisch nach den sedierenden Wirkungen antidepressiv wirksamer Substanzen durchsucht und eine Einteilung in „sedierend” und „nicht sedierend” erfolgte auf der Grundlage eines Cut-off-Werts. Daten aus der Studie „Schritte aus der Depression" (SAD) wurden analysiert und die Proband:innen anhand ihrer Medikation in die Gruppen „sedierend” und „nicht sedierend” eingeteilt. Statistische Verfahren kamen zum Einsatz, um die Gruppen anhand von Bewegungsparametern zu vergleichen. Als primärer Endpunkt wurde die tägliche Schrittzahl ausgewählt. Ergebnisse: Die Recherche umfasste 32 Substanzen, für 17 Wirkstoffe konnten ausreichend Daten gefunden werden. Sechs wurden als „sedierend” eingeordnet, elf als „nicht sedierend” und 14 erhöhten das Risiko für sedierende Wirkungen. Ein t-Test für unabhängige Stichproben zeigte keine signifikanten Unterschiede (p = 0,49) mit 7 639 versus 8 024 täglichen Schritten in der „sedierend”- (n = 71) und „nicht sedierend”-Gruppe (n = 110). Hinsichtlich anderer objektiver und subjektiver Bewegungsparameter zeigten sich ebenfalls keine signifikanten Unterschiede. Schlussfolgerung: Die in dieser Arbeit vorgenommene Einteilung antidepressiv wirksamer Substanzen bietet eine evidenzbasierte Informationsquelle zu deren sedierenden Wirkungen und ergänzt die etablierte Literatur. Basierend auf Daten aus dieser Arbeit müssen behandelnde Fachkräfte die sedierenden Wirkungen dieser Wirkstoffe bei der Behandlung von Patient:innen mit Depression nicht berücksichtigen, wenn das Aktivitätsniveau erhöht werden soll. Weitere Forschung ist notwendig, um potenzielle pharmakologische Einflussfaktoren auf körperliche Aktivität aufzudecken.

Fields of Study & Subjects

Treatment of Major Depression Physical Activity and Health Anxiety Depression Psychometrics Treatment Cognitive Processes

Publication details

Publication date
1 January 2026
Language
DE
Document type
Thesis