Genotypische und Phänotypische Charakterisierung von Nahrungsmittelallergien und mögliche Strategien in der Diagnostik und Prävention

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Authors: Birgit Kalb
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Abstract

Nahrungsmittelallergien zählen zu den häufigsten chronischen Erkrankungen im Kindesalter, wobei persistierende Formen lebenslang den Alltag der Betroffenen prägen. Ziel dieser Arbeit war es daher, prädiktive Faktoren und Verfahren zur frühzeitigen Diagnostik zu identifizieren, um wirksam und gezielt individualisierte Präventions- und Therapieansätze entwickeln zu können. So wurden in dieser Arbeit genetische Faktoren für die Entwicklung von Nahrungsmittelallergien identifiziert und bezüglich ihrer phänotypischen Auswirkungen auf die mögliche Reaktionsschwere und den Krankheitsverlauf näher charakterisiert. Auf Basis dieser Erkenntnisse, die in Einklang mit der dualen Allergenhypothese zur Entwicklung von Sensibilisierung und Nahrungsmittelallergien stehen, wurde der Präventionsansatz der frühen Einführung von pasteurisiertem Hühnerei in der Allgemeinbevölkerung untersucht, wobei kein präventiver Effekt dargestellt werden konnte. Darüber hinaus wurde die Haltung in der Bevölkerung gegenüber der Prämastikation untersucht, wobei dargestellt werden konnte, dass diese Fütterungsmethode als potentielle Möglichkeit zur Allergieprävention von einem beträchtlichen Anteil der Befragten wahrgenommen wird. Neben adäquaten Maßnahmen zur Primärprävention ist eine frühzeitige Diagnostik von Nahrungsmittelallergien zur Sekundärprävention essentiell. Bislang ist hierfür oftmals eine orale Provokationstestung nötig, die sowohl zeit- als auch kostenintensiv ist und mit einem Anaphylaxierisiko einhergeht. Bezüglich der Diagnostik von Haselnuss- und Erdnussallergien, konnte in dieser Arbeit gezeigt werden, dass die Berechnung des Verhältnisses von Komponenten-spezifischem zu Gesamt-IgE keine höhere diagnostische Treffsicherheit als die alleinige Bestimmung von spezifischem IgE gegenüber Ara h2 und Cor a14, in unserer Population von Kindern mit Verdacht auf eine Erdnuss- oder Haselnussallergie, aufweist. Neben einer akkuraten Diagnostik ist für das Management von Nahrungsmittelallergien auch eine genaue phänotypische Beschreibung des Krankheitsbildes wichtig, um klinische Anzeichen frühzeitig erkennen und einordnen zu können. In einer Studie an nahrungsmittelallergischen Kindern wurde daher das bis dato nur in einzelnen Fallberichten dargestellte Symptom des imperativen Schlafzwangs systematisch charakterisiert. Zusammenfassend konnte in dieser Arbeit gezeigt werden, dass die Untersuchung genetischer Faktoren, präventiver Strategien und moderner diagnostischer Ansätze einen relevanten Beitrag zum besseren Verständnis und zur klinischen Charakterisierung von Nahrungsmittelallergien im Kindesalter liefert.

Fields of Study & Subjects

Food Allergy and Anaphylaxis Research Eosinophilic Esophagitis Drug-Induced Adverse Reactions

Publication details

Publication date
1 January 2026
Language
DE
Document type
Thesis