Neue Ansätze zur Verbesserung von Diagnostik und Therapie für Patient:innen mit Herz-Kreislaufstillstand

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Authors: Jens Nee
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Abstract

Die neurologische Prognose bei Patient:innen nach einem Herz – Kreislaufstillstand bleibt trotz vielfältiger Bemühungen auf verschiedenen Ebenen weiterhin unbefriedigend. Wir konnten mit unserer Arbeit zeigen, dass die Einführung eines ECPR Systems (Zentrums) für Patient:innen mit therapierefraktären Herz- Kreislaufstillstand in einer Stadt wie Berlin möglich ist und Patient:innen von diesem System profitieren. Metaanalysen deuten darauf hin, dass eine ECPR Therapie in diesem Zusammenhang ein Überlebensvorteil im Vergleich zur konventionellen Reanimationsmaßnahmen sein kann. Auch die sogenannte Arrest Studie konnte dies zeigen. Andere Studien wie die Prague OHCA und die INCEPTION – Studie konnten jedoch keinen Unterschied zwischen ECPR und einer konventionellen Therapie zeigen. Die ECPR ist eine ressourcenintensive Therapieform mit ethischen und logistischen Herausforderungen. Die Überlebensrate im Beobachtungszeitraum unserer Studie lag bei 14%. Niedrige Laktatwerte und kürzere Zeiten zwischen dem Kreislaufstillstand und dem Beginn der ECPR – also kurze No-Flow bzw. Low – Flow Phasen sind wichtige Prädiktoren für das Überleben. Eine signifikante Korrelation zwischen der Entfernung des Notfallortes zum ECLS-Zentrum und der Dauer vom Beginn der CPR bis zum Eintreffen im Zentrum konnten wir in unserer Arbeit nicht nachweisen. Es ist hierbei anzunehmen, dass andere logistische Faktoren entscheidend für die Dauer bis zum Eintreffen im Zentrum sind. Der präklinische ECMO-Einsatz könnte in diesem Zusammenhang einen Lösungsansatz bieten, um die Zeiten bis zum Beginn einer ECPR niedrig zu halten und die Prognose der Patient:innen günstig zu beeinflussen. Die optimale Auswahl von Kandidaten für die ECPR Therapie steht im Fokus der Bemühungen, verlässliche und evidenzbasierte Kriterien fehlen noch. Eine schnelle Untersuchung hinsichtlich einer möglichen Hyperfibrinolyse gemessen mittels ROTEM durch Point – Of – Care Analyse könnte ein zusätzlicher Entscheidungsfaktor für oder gegen eine ECPR darstellen. Die regionale Sauerstoffsättigung im Gehirn, gemessen mittels NIRS, wurde während Reanimationsmaßnahmen auch im Hinblick auf die neurologische Prognose nach überlebten Herz- Kreislaufstillstand in unserer Arbeit untersucht. Die Datenlage zu diesem Thema ist zum Teil widersprüchlich, so dass diese Methode als alleiniger Parameter für die neurologische Einschätzung und damit als Entscheidungsgrundlage bei Therapieentscheidungen wie z.B. für eine Therapiezieländerung nicht geeignet erscheint. Die Einschätzung einer neurologischen Prognose nach Reanimation ist aber von Wichtigkeit. Behandlungsteam und Angehörige benötigen eine Grundlage für ihre Entscheidungen im Rahmen der Umsetzung des (oft auch mutmaßlichen) Patient:innenwillens. Hierzu wurde im Rahmen einer deutschen S1 - Leitlinie Empfehlungen dargelegt unter anderem ein Prognosealgorithmus. Die Ergebnisse von klinischen Untersuchungen, Biomarker und elektrophysiologische Untersuchungen können die Grundlage für die Einschätzung des neurologischen Outcomes ergeben. Störfaktoren bei den Messergebnissen wie Hämolyse bei der Bestimmung der NSE und auch die verzögerte Elimination von intravenösen Narkotika (auch als Folge eines Temperaturmanagements) bei der Interpretation von EEG-Untersuchungen sind zu beachten. Die Erkenntnisse unserer Arbeiten sind zum Teil in die Leitlinie eingeflossen. Die ECPR bleibt eine komplexe Therapiemethode, die optimiert werden muss, um das Outcome der Patient:innen zu verbessern.

Fields of Study & Subjects

Cardiac Arrest and Resuscitation Mechanical Circulatory Support Devices Palliative Care and End-of-Life Issues

Publication details

Publication date
1 January 2026
Language
DE
Document type
Thesis