Antifaschistische Medienpraktiken auf TikTok und im Gaming
Abstract
In diesem Text befassen wir uns mit zwei medialen Schauplätzen aktueller antifaschistischer (Bildungs-)Arbeit im Bereich Diversität und Intersektionalität -im Gaming und auf TikTok.In beiden medialen Bereichen hat es in den letzten Jahren insbesondere in Bezug auf Gender eine rechte Radikalisierung gegeben.Nicht nur sollen Frauen, Queers und trans Personen aus Plattformen und Gaming-Communities verdrängt werden, Popkultur wird auch zu einem zentralen Feld rechter Metapolitik.Wie die Bildungsstätte Anne Frank beispielsweise in Bezug auf TikTok beobachtet hat (Schnabel/Berendsen 2024), sind trotz leichter Verschiebungen die reichweitenstärksten politischen Influencer:innen rechts verortet.Ein metapolitisches Vorfeld aus Influencer:innen, Meme-Accounts und scheinbar unpolitischem Lifestyle-Content trägt dazu bei (Fielitz et al. 2024), rechte Narrative zu normalisieren und algorithmisch zu verstärken.Im Gaming-Kontext hat insbesondere im Zuge der misogynen Hasskampagne Gamergate ab 2014 eine antifeministische, antigenderistische und rassistische Radikalisierung stattgefunden.Rechte Akteure, insbesondere US-amerikanische aus dem späteren Umfeld Donald Trumps, versuchten damals, die politische Identität des weißen, männlichen Gamers zu instrumentalisieren, um diese gegen eine vermeintliche feministische oder "woke" Bedrohung auf das ideologische Schlachtfeld des "Culture War" zu führen.Und das mit Erfolg -Gamergate lässt sich retrospektiv als Schlüsselmoment in der Entstehung der selbsternannten "Alt-Right" einstufen, und Gaming bleibt trotz zunehmender Diversität auf Entwicklungs-sowie Community-Ebene einer der zentralen Rekrutierungspools digitaler Faschismen (Fielitz/Marcks 2020).Besonders bezeichnend ist, dass auch Rechtsterroristen wie die Attentäter von Halle oder Christchurch im Rahmen ihrer Anschläge Videospielkultur referenzierten (Ayyadi 2019).Begünstigt wird die Verbreitung rechter Inhalte in beiden Bereichen durch die Bedingungen proprietärer digitaler Plattformen wie eben Tik-Tok oder dem Gaming-Netzwerk Steam, die von intransparenten Algorithmen und mangelnder Community-Moderation profitieren.Rechtslibertäre Auffassungen von Meinungsfreiheit, die in
Fields of Study & Subjects
Populism
Right-Wing Movements
German legal
social
and political studies
Gender
Feminism
and Media
Publication details
- Journal / source
- DuEPublico (University of Duisburg-Essen)
- Publication date
- 27 January 2026
- Language
- DE