Eine methodische Kritik des Zensus 2022: Gutachten im Auftrag von 287 Gemeinden
Abstract
Die Ergebnisse des Zensus 2022 wichen in zahlreichen Gemeinden so stark von den Melderegistern ab, dass mehrere Hundert Gemeinden Widerspruch gegen die Ergebnisse des Zensus eingelegten. Ein Zusammenschluss von 287 Gemeinden hat die Autoren mit einem Gutachten zu den Verfahren des Zensus 2022 beauftragt. Das Statistische Bundesamt hat keine einheitliche Dokumentation des Zensus 2022 vorgelegt, es gab keine Begleitforschung und mit Ausnahme weniger Arbeiten zur sogenannten Präzisionszielfunktion keine wissenschaftlichen Arbeiten speziell zur Methodik des Zensus 2022. Im Rahmen des Gutachtens wurde die Literatur vollständig gesichtet, Dutzende Anfragen an die statistischen Ämter gestellt und schließlich Anfragen nach dem Informationsfreiheitsgesetz gestellt. Zusätzlich wurden auf der Basis anonymisierter Mikrodaten Simulationen, insbesondere zum Hochrechnungsverfahren, durchgeführt. Das Gutachten kritisiert jeden Schritt des Zensus, von der Definition der Population, über das Hochrechnungsverfahren bis zur Wiederholungsbefragung. Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei den Nichtstichprobenfehlern und der mangelnden Dokumentation. Der Text stellt das den Gemeinden am 1.1.2026 zur Verfügung gestellte Gutachten mit einzelnen redaktionellen Änderungen dar.
Fields of Study & Subjects
Probability and Statistical Research
Survey Methodology and Nonresponse
demographic modeling and climate adaptation
Publication details
- Journal / source
- Universitätsbibliographie, Universität Duisburg-Essen
- Publication date
- 18 June 2026
- Language
- DE