Reality, Rollenklischees oder Rosenkrieg? Eine empirische Untersuchung zur Wirkung von Reality-TV-Datingformaten auf Geschlechter- und Beziehungsnormen bei jungen Erwachsenen
Abstract
Ziel der Studie ist es einen möglichen Zusammenhang zwischen der Nutzung von Reality-TV, insbesondere Dating-Formate, und der Akzeptanz geschlechtsspezifischer sowie Beziehungsnormen bei jungen Erwachsenen empirisch zu ergründen. Reality-TV-Datingformate werden als zentraler Bestandteil aktueller Medienangebote gesehen, wobei sie sich durch eine Inszenierung vermeintlich echter Emotionen, Persönlichkeiten, emotionaler Konflikte sowie stark normativ geprägter Darstellung von Geschlechterrollen und Beziehungsdynamiken auszeichnen. Daraus begründet sich die zunehmende Diskussion um die Rolle von Reality-TV im Kontext relevanter Sozialisations- und Orientierungsräume für gesellschaftliche Vorstellungen zu Geschlecht, Partnerschaft und Intimität. Die theoretische Fundierung der Studie liefern vor allem die Cultivation Theory sowie das Differential Susceptibility to Media Effects Model (DSMM).Aufbauend auf diesen Ansätzen wird angenommen, dass mögliche normative Effekte von Reality-TV-Datingformaten sowohl von Nutzungshäufigkeit als auch vom individuellen Rezeptionserleben abhängen. Insbesondere Identifikation mit den dargestellten Teilnehmenden wird neben der wahrgenommenen Realitätsnähe der Inhalte als zentraler Wirkmechanismus betrachtet. Die Untersuchung soll drei Kernpunkte behandeln: Erstens soll geprüft werden, ob ein häufigerer Konsum von Dating- bzw. Beziehungsformaten im Reality-TV zu einer stärkeren Zustimmung zu traditionellen geschlechtsspezifischen Normen und Beziehungsnormen führt. Zweitens soll untersucht werden, ob Identifikation als mediierender Mechanismus zwischen Mediennutzung und Normakzeptanz fungiert. Drittens wird analysiert, ob die wahrgenommene Realitätsnähe der Inhalte als Mediator zwischen Reality-TV-Nutzung und normativen Einstellungen zu werten ist. Als Methode wird eine standardisierte Online-Befragung junger Erwachsener gewählt. Die zentralen Konstrukte werden mithilfe etablierter und adaptierter Skalen erfasst. Die Hypothesen sollen mittels Regressions-, Mediations- und Moderationsanalysen geprüft werden. Insgesamt zielt die Studie darauf ab, einen Beitrag zum Verständnis normativer Medienwirkungen von Reality-TV, insbesondere von Dating-Formaten, zu leisten.
Fields of Study & Subjects
Media
Gender
and Advertising
Media Influence and Health
Feminism
and Media
Publication details
- Journal / source
- Open Science Framework
- Publication date
- 1 January 2026