Emotionale Bewertung von Push- und Pull-Maßnahmen und ihre Wirkung auf die Zustimmung zu Klimapolitik

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Authors: Luisa Feige, Lisa Lehnert, Matthias Gerhard Netz, Ilian Kadir, Sonja Grelle
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Abstract

Ziel dieser Studie ist es, die emotionale Bewertung der klimapolitischen Maßnahmen zu untersuchen, wie emotionale Reaktionen auf bekannte klimapolitische Maßnahmen die Zustimmung zu einer neuen Push-Maßnahme beeinflussen. Im Fokus steht dabei der Vergleich von Push-Maßnahmen (einbeschränkende, regulative Eingriffe) und Pull-Maßnahmen (Anreiz- bzw.- Angebotsmaßnahmen) sowie die Rolle positiver und negativer Emotionen als vermittelnder Mechanismus. Als bekannte Push-Maßnahme wird das im Jahr 2021 in Deutschland eingeführte Verbot von Plastikbesteck und Strohhalmen präsentiert, dessen Ziel die Reduktion von Einwegkunststoffen ist. Als bekannte Pull-Maßnahme dient das im Jahr 2022 zeitweise eingeführte 9-Euro-Ticket, das allen Bürgerinnen und Bürgern für einen begrenzten Zeitraum die kostengünstige Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs ermöglichte. Die Studie folgt einem klassischen Beobachtungsdesign. Alle Teilnehmenden bewerten beide bekannten Klimaschutzmaßnahmen (eine Push- und Pull-Maßnahme). Nach jeder Maßnahme werden die ausgelösten Emotionen (Zufriedenheit, Hoffnung, Dankbarkeit, Wut, Frustration, Schuld sowie Gleichgültigkeit) sowie die Zustimmung zu einer neuen Push-Maßnahme erhoben. Zusätzlich werden die subjektive Wichtigkeit von Klimaschutz sowie die demographischen Variablen (Alter, Geschlecht, Bildungsstatus) erfasst. Zur Überprüfung der Hypothese wird eine mediierte lineare Regressionsanalyse durchgeführt. Dabei fungiert die Art der bekannten Maßnahme (Push vs. Pull) als Prädiktor, die emotionale Reaktion als Mediator und die Zustimmung zu einer neuen Push-Maßnahme als Kriterium. Es wird erwartet, dass Pull-Maßnahmen häufiger positive Emotionen auslösen als Push-Maßnahmen und dass diese emotionalen Reaktionen die Zustimmung zu einer neuen Push-Maßnahme signifikant vermitteln. Basierend auf theoretischen Annahmen zur Akzeptanz klimapolitischer Maßnahmen wird erwartet, dass Pull-Maßnahmen im Vergleich zu Push-Maßnahmen häufiger positive und seltener negative Emotionen hervorrufen. Weiterhin wird erwartet, dass positive emotionale Reaktionen auf bekannte Klimaschutzmaßnahmen mit einer höheren Zustimmung zu einer neuen Push-Maßnahme einhergehen, während negative Emotionen mit geringerer Zustimmung verbunden sind. Schließlich wird angenommen, dass der Zusammenhang zwischen der Art der bekannten Maßnahme (Push vs. Pull) und der Zustimmung zur neuen Push-Maßnahme teilweise durch die ausgelösten Emotionen vermittelt wird.

Fields of Study & Subjects

Climate Change Communication and Perception Climate Change Policy and Economics Environmental Education and Sustainability

Publication details

Publication date
1 January 2026
Language
DE
Document type
Preprint