Mediales Framing von Gewalt gegen Frauen: Eine Untersuchung zur Wirkung von Kampagnenplakaten auf die Wahrnehmung von Rezipient:innen
Abstract
Gewalt gegen Frauen gilt weltweit als eine der am weitesten verbreiteten Menschenrechtsverletzungen. Dabei ist der gefährlichste Ort für Frauen das eigene Zuhause. Die öffentliche Wahrnehmung und Interpretation dieser Problematik hängt jedoch maßgeblich davon ab, wie Medien, Politik und Gesellschaft die entsprechenden Rahmenbedingungen schaffen, in denen die überwiegend weiblichen Opfer repräsentiert werden. Aktuelle Forschungsergebnisse befassen sich zwar kritisch mit medialen Darstellungen, konzentrieren sich jedoch mehrheitlich auf textuelle Inhalte und sprachliche Stigmatisierung. Dessen Bedeutung ist signifikant, muss jedoch in Zeiten von schnelllebigen Social-Media- Anwendungen um die grafisch-visuelle Ebene und Bildsprache erweitert werden. Ziel dieser Untersuchung ist es daher, die Wirkungsweise verschiedener medialer Frames (unter Einbezug der Visualität), namentlich episodischer, thematischer und neutraler, zu beleuchten, um eine fundierte Handlungsanweisung für Medienschaffende und Hilfsorganisationen zur Vermeidung stigmatisierender Darstellungen zu formulieren. Dabei wird besonders der Faktor der Empathie-Erzeugung und der Victim-Blaming- Effekte berücksichtigt. Darüber hinaus soll darauf hingewiesen werden, wie stark die Stigmatisierung weiblicher Opfer häuslicher Gewalt den Diskurs mitbestimmt und dabei oftmals die Arbeit von Unterstützungsorganisationen hemmt, da sie falsifizierbare Narrative schafft. Die Methodik der Arbeit basiert auf einer Online-Umfrage, bei der die Zuordnung der Teilnehmenden zu den unterschiedlichen Frames randomisiert im Rahmen eines Between-Subject-Designs erfolgt. Operationalisiert wird durch die Darbietung medialer Stimuli in Form von Kampagnenplakaten, die jeweils eines der drei Framings veranschaulichen. Diese Plakate umfassen Bild- und Textinhalte im Stil einer Schlagzeile. Die finalen Ergebnisse sollen aufzeigen, wie mediale Frames die Wahrnehmung von Opfern beeinflussen, woraus schlussendlich ermittelt werden soll, wie künftige Kampagnen weniger stigmatisierend gestaltet werden können.
Fields of Study & Subjects
Gender
Feminism
and Media
Crime
Deviance
and Social Control
Media Influence and Health
Publication details
- Publication date
- 1 January 2026
- Document type
- Preprint