Der Zusammenhang zwischen grandiosem Narzissmus und globalem Selbstwert: Eine Mediationsanalyse zur Bedeutung des körperlichen Selbstkonzepts im Sportkontext
Abstract
Die vorliegende Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen grandiosem Narzissmus und globalem Selbstwert im Sportkontext und fokussiert dabei die mediierende Rolle des körperlichen Selbstkonzepts. Theoretisch basiert die Untersuchung auf der Annahme, dass grandioser Narzissmus durch eine agentische Orientierung gekennzeichnet ist, die sich vor allem in leistungs- und kompetenzbezogenen Situationen entfaltet. Daraus ergibt sich eine besondere Relevanz des Sports für diese Untersuchung, da dieser einen solchen leistungsbezogenen Kontext darstellt. Der Körper fungiert hier als „öffentliches Selbst“, wird sichtbar und dabei ständig sozialer Bewertung unterzogen. Diese Sichtbarkeit bietet narzisstischen Personen eine Bühne für typische positive Selbsteinschätzungen. Sie neigen zu überdurchschnittlich positiven körperbezogenen Selbstwahrnehmungen und nutzen dabei den eigenen Körper als Instrument zur Selbstaufwertung. Innerhalb hierarchischer Selbstkonzeptmodelle lässt sich diese Dynamik belegen, da das körperliche Selbstkonzept eine untergeordnete Ebene des globalen Selbstwerts darstellt. Vor diesem Hintergrund wird angenommen, dass grandioser Narzissmus nicht direkt zu einem höheren Selbstwertgefühl führt, sondern dass der Zusammenhang über ein positives körperliches Selbstkonzept vermittelt wird.
Fields of Study & Subjects
Personality Traits and Psychology
Motivation and Self-Concept in Sports
Sport Psychology and Performance
Publication details
- Publication date
- 1 January 2026
- Document type
- Preprint