Neurodiversität und berufliche Gesundheit Psychosoziale Belastungen und Ressourcen autistischer Grundschullehrkräfte – Ein Scoping Review

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Authors: Tanja Leitgeb, Petra Heidler
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Abstract

Hintergrund und Zweck Autismus wird im Rahmen des Neurodiversitätsparadigmas als eine natürliche Form menschlicher Vielfalt verstanden, die sich u. a. in besonderen Mustern der Wahrnehmung, der sozialen Interaktion sowie in spezifischen Bedürfnissen nach Struktur äußert. Trotz wachsender Bemühungen um inklusive Bildungssettings ist die Perspektive autistischer Lehrkräfte in der wissenschaftlichen Literatur bislang unterrepräsentiert, insbesondere im Grundschulbereich und im deutschsprachigen Raum. Internationale Studien weisen darauf hin, dass autistische Lehrpersonen im schulischen Berufsalltag spezifischen psychosozialen Belastungen erfahren können, beispielsweise durch sensorische Überreizung, hohe soziale Anforderungen und Spannungsfelder zwischen individuellen Strukturbedürfnissen und den Flexibilitätsanforderungen des Schulalltags. Gleichzeitig werden auch berufsbezogene Ressourcen beschrieben, darunter hohe Fachlichkeit, strukturierte Arbeitsweisen und ein starkes berufliches Engagement. Die bestehende Forschung ist jedoch begrenzt, heterogen und konzentriert sich überwiegend auf nicht-pädagogische Berufsfelder. Zweck dieses Projekts ist es daher, den aktuellen Wissensstand zu psychosozialen Belastungen, Ressourcen und arbeitsbezogenen Rahmenbedingungen autistischer Grundschullehrkräfte systematisch zu erfassen, zu strukturieren und Forschungslücken sichtbar zu machen. Aufgrund der explorativen Zielsetzung und der begrenzten Evidenzlage wurde ein Scoping Review als geeigneter methodischer Ansatz gewählt. Forschungsfragen Die Arbeit wird von folgender Hauptfrage geleitet: Wie werden psychosoziale Belastungen und Ressourcen autistischer Grundschullehrkräfte in der bestehenden wissenschaftlichen und grauen Literatur beschrieben? Ergänzend wird untersucht: Welche schulischen und organisatorischen Rahmenbedingungen werden in der Literatur als förderlich bzw. hinderlich für die berufliche Gesundheit und Zufriedenheit autistischer Grundschullehrkräfte dargestellt? Methodischer Überblick Das Scoping Review folgt einem explorativen und deskriptiven Ansatz gemäß den PRISMA-ScR-Leitlinien. Es werden qualitative und Mixed-Methods-Studien mit qualitativen Anteilen sowie ausgewählte graue Literatur berücksichtigt. Die Literatursuche erfolgt systematisch in mehreren wissenschaftlichen Datenbanken (u. a. PubMed, ERIC, Scopus, Web of Science, Google Scholar) sowie in relevanten Quellen grauer Literatur. Die Studienauswahl erfolgt in einem mehrstufigen Screening-Prozess und wird transparent dokumentiert. Die Datenextraktion erfolgt strukturiert und umfasst u. a. Angaben zu Studiendesign, Stichprobe, beschriebenen Belastungen, Ressourcen und arbeitsbezogenen Rahmenbedingungen. Die Auswertung erfolgt mittels thematischer Analyse nach Braun und Clarke, um zentrale Themen, Muster und Konzepte narrativ zusammenzuführen. Erwartete Ergebnisse und Bedeutung Es wird erwartet, dass das Scoping Review zentrale psychosoziale Belastungen und Ressourcen autistischer Grundschullehrkräfte systematisch identifiziert und ordnet sowie förderliche und hinderliche schulische Rahmenbedingungen herausarbeitet. Darüber hinaus sollen bestehende Forschungslücken und Desiderate für zukünftige empirische Studien sichtbar gemacht werden. Die Ergebnisse sollen praktische Impulse für die Gestaltung neurodiversitätssensibler und gesundheitsförderlicher Schulstrukturen liefern, zur theoretischen Weiterentwicklung der Arbeitspsychologie und Neurodiversitätsforschung beitragen und das Empowerment autistischer Lehrkräfte unterstützen.

Fields of Study & Subjects

Occupational Health and Burnout Autism Spectrum Disorder Research Disability Education and Employment

Publication details

Journal / source
Open Science Framework
Publication date
1 January 2026