Ist das Völkerrecht bedeutungslos oder wichtiger denn je?
Abstract
Wenngleich sich die globale Weltordnung angesichts zahlreicher völkerrechtswidriger Konflikte in einer Krise befände, sei es "für einen Abgesang auf das Völkerrecht zu früh", betont der Experte für öffentliches Recht, Völker- und Europarecht sowie empirische Rechtsforschung, Prof. Dr. Niels Petersen von der Universität Münster. Die Entführung des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro durch die USA oder die Annexionspläne des US-Präsidenten Donald Trump mit Blick auf Grönland hatten zuletzt Zweifel an der Verbindlichkeit und Bedeutung des Völkerrechts aufkommen lassen. "Das Völkerrecht umfasst aber weit mehr als das Gewaltverbot, beispielsweise im Handelsrecht", unterstreicht der Rechtswissenschaftler in der neuen Folge des "Umdenken"-Podcasts der Universität Münster. "Und es ist deswegen im Interesse aller Staaten, sich an das Völkerrecht zu halten, um Bündnisse mit anderen Ländern aufrechterhalten zu können." Niels Petersen plädiert aufgrund der aktuellen Entwicklung dafür, dass Deutschland seine internationalen Partnerschaften gezielt ausbaut, um unabhängiger von den Vereinigten Staaten zu werden. "Insbesondere in der Sicherheitspolitik sollte die EU mutiger werden und beispielsweise das Vereinigte Königreich und Kanada stärker einbeziehen", sagte er.
Fields of Study & Subjects
International Law and Human Rights
International Relations and Foreign Policy
Evolving Legal Systems and Governance
Publication details
- Journal / source
- URN:NBN Resolver for Germany & Switzerland (German National Library)
- Publication date
- 27 January 2026
- Language
- DE