Narrative der Kämpfe migrantischer Landarbeiter:innen in Italien
Abstract
Diese Masterarbeit untersucht Narrative migrantischer Landarbeiterinnen und Landarbeiter in Italien im Kontext von Arbeitsausbeutung, Migration und postkolonialer Erinnerungspolitik. Im Zentrum steht das informelle Rekrutierungssystem des sogenannten caporalato, das insbesondere migrantische Arbeitskräfte in der italienischen Landwirtschaft betrifft und strukturell mit globalen Ungleichheiten sowie kolonialen Kontinuitäten verbunden ist. Auf der Grundlage literarischer, autobiografischer und testimonialer Texte analysiert die Arbeit, wie migrantische Autorinnen und Autoren Erfahrungen von Prekarität, Rassialisierung und Gewalt narrativ verarbeiten und politisieren. Die Untersuchung verbindet literaturwissenschaftliche Close Readings mit Ansätzen der post- und dekolonialen Theorie, der Migrationsforschung sowie der kritischen Arbeits- und Rassismusforschung. Die Arbeit argumentiert, dass migrantische Narrative nicht nur individuelle Leidensgeschichten darstellen, sondern kollektive Wissensformen hervorbringen, die dominante nationale Selbstbilder Italiens infrage stellen. Insbesondere wird gezeigt, wie diese Texte die Konstruktion italienischer whiteness, die Externalisierung kolonialer Gewalt sowie die Vorstellung eines ethnisch homogenen Nationalkörpers dekonstruieren. Insgesamt leistet die Arbeit einen Beitrag zum Verständnis von Literatur als Ort politischer Aushandlung, an dem Fragen von Migration, Arbeit und kolonialer Vergangenheit neu verhandelt werden, und unterstreicht die gesellschaftliche Relevanz migrantischer Stimmen im europäischen Kontext.
Fields of Study & Subjects
Italian Social Issues and Migration
Postcolonial and Cultural Literary Studies
Italian Literature and Culture
Publication details
- Publication date
- 2 February 2026
- Language
- EN
- Document type
- Thesis