„Wyślę ci maila” : zur Belebtheitskategorie im Polnischen
Abstract
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Belebtheitskategorie im Polnischen und zeigt deren historische Entwicklung und den Status quo im heutigen Polnisch. Dazu wird das polnische Genussystem dargestellt und aufgezeigt, dass die Genuszuweisung aufgrund formaler Faktoren wie bestimmter Endungen oder aufgrund der Wortbedeutung vorgenommen wird. Innerhalb der Genuszuweisung wird dem Merkmal der Belebtheit bei den Maskulina eine gesonderte Rolle zugesprochen. Die empirische Grundlage für die Arbeit war ein Fragebogen, der zeigen sollte, dass sich die Belebtheitskategorie auch auf unbelebte Maskulina ausweitet und im Sprachgebrauch nicht als grammatisch falsch wahrgenommen wird. Im Laufe der Untersuchung manifestierte sich der Eindruck, dass die Markiertheit der grammatischen Belebtheit auf Salienz und Empathie basiert. Rileys Ansatz der social space nouns erscheint hier als adäquate Lösung, das Phänomen zu erklären. Außenvor bleiben bei diesem Konzept Maskulina, die als grammatisch belebt markiert werden, jedoch nicht in den personal space eindringen. Dies muss unter Hinzunahme der emotionalen bzw. empathischen Bindung an ein Objekt erklärt werden. Je (emotional) näher ein Objekt erscheint und je frequenter die Verwendung durch ein Individuum, desto höher ist die Affinität zur grammatischen Belebtheit. Zur Zukunft der grammatischen Belebtheit im Polnischen bleibt festzuhalten, dass es keine feste Regel zu geben scheint, nach der grammatisch belebte Maskulina am Sprachwandel teilnehmen oder nicht.
Fields of Study & Subjects
Syntax
Semantics
Linguistic Variation
Categorization
perception
and language
Linguistics and Language Studies
Publication details
- Journal / source
- Kölner Universitäts PublikationsServer (Universität zu Köln)
- Publication date
- 9 February 2026
- Language
- DE
- Document type
- Thesis