Zwischen Eindimensionalität und Antiquiertheit

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Authors: Thomas Walli
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Abstract

Dieser Beitrag beleuchtet Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Konzeptualisierung von Technik zwischen Günther Anders und Herbert Marcuse. Beide Denker sind als „Kritiker der politischen Technologie“ (vgl. Dries 2009) bekannt. Doch lassen sich bei genauerer Lektüre Unterschiede in Tiefe und Konsequenz ihrer Kritik erkennen. Anders identifiziert, ähnlich wie Hemut Schelsky oder Jacques Ellul, die Technik als neues Subjekt der Geschichte, der eine eigene Handlungsmacht zukommt. Die Technik entfaltet eine Eigenlogik, die totalitäre Züge trägt. Marcuse geht es hingegen um eine Kritik der technologischen Rationalität, die erst in Bedingungen des Spätkapitalismus zur vollen Entfaltung kommt. Darüber hinaus erkennt Marcuse in der Technik auch ein utopisches, emanzipatorisches Potenzial: Automatisierung und Technisierung können zu Vehikeln der Befreiung von den Zwängen der spätkapitalistischen Gesellschaft werden. Anders verneint hingegen jede utopische Möglichkeit im Zeitalter der „Technokratie“.

Fields of Study & Subjects

Critical Theory and Philosophy Marxism and Critical Theory Cybernetics and Technology in Society

Publication details

Pages
75–103
Publication date
5 February 2026
Language
DE
Document type
Book chapter