Performanz und Viabilität

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Authors: Hans-Martin Schönherr-Mann
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Abstract

Poststrukturalismus, radikalen Konstruktivismus und postmoderne Philosophie verbindet, dass sie das Vorliegen einer Umwelt bezweifeln, die von menschlicher Erfahrung unabhängig ist und trotzdem von dieser erfasst werden kann. Der radikale Konstruktivismus insistiert darauf, dass Erfahrung in einen Lebenszusammenhang eingebettet ist, während Lyotard das Wissen pragmatisch und performativ entwirft. Voraussetzung für diese Annahme ist für den Konstruktivismus die Autopoiesis von Bewusstseins- wie Kommunikationsstrukturen. Nach Lyotard erlaubt die Sprache keine adäquate Erfassung der Welt, schon gar keine umgreifende, weil die Sprache aus vielen Sprachen besteht. Was für von Glasersfeld bleibt, ist auch nur eine Wahrheit, die der des Pragmatismus ähnelt, Objektivität nur noch als Viabilität versteht, eben als das, was in einem pragmatischen Zusammenhang nützt. Dann kann mit Lyotard Wahrheit nur noch auf einer Übereinstimmung der Experten beruhen, somit auf Performanz, was Wahrheit just auf Viabilität reduziert. Doch das wird nicht erst im 21. Jahrhundert verdrängt.

Fields of Study & Subjects

Postmodernism in Literature and Education Pragmatism in Philosophy and Education Epistemology Ethics and Metaphysics

Publication details

Pages
105–128
Publication date
5 February 2026
Language
DE
Document type
Book chapter