Repräsentationalismus und verkörperter Geist
Abstract
Die Kontroverse zwischen einer repräsentationalen Theorie des Geistes und ihren Gegenspielern in der Phänomenologie und der Neurobiologie prägte in den letzten Jahrzehnten die Debatte in der Philosophie des Geistes. Beide Lager konnten treffende Argumente anführen. So ist für den Repräsentationalismus die Verarbeitung mentaler Repräsentationen im Kopf eines Kognizierenden eine unabdingbare Voraussetzung dafür, um Kognition sinnvoll beschreiben zu können. Von antirepräsentationalistischer Seite wird dagegen eingewendet, dass ein großer Teil unserer kognitiven Fähigkeiten in einem impliziten Hintergrundwissen verankert ist und sich daher nur unvollständig in expliziten mentalen Repräsentationen darstellen lässt. Demgegenüber wird im vorliegenden Artikel argumentiert, dass sowohl eine repräsentationale Theorie des Geistes als auch der Antirepräsentationalimus nur vor dem Hintergrund einer wechselseitig sich bedingenden Beziehung sinnvoll interpretiert werden können.
Fields of Study & Subjects
Philosophy and Theoretical Science
Embodied and Extended Cognition
Phenomenology and Existential Philosophy
Publication details
- Pages
- 129–145
- Publication date
- 5 February 2026
- Language
- DE
- Document type
- Book chapter