Kunst als Geldanlage
Abstract
Der Artikel „Kunst als Geldanlage“ beleuchtet die doppelte Rolle von Kunst: einerseits als kultureller Wertträger, andererseits als Investitionsobjekt. Kunstwerke gelten zunehmend als sichere, mobile Sachwerte mit hohem symbolischem Kapital – attraktiv für vermögende Anleger. Besonders eindrücklich ist das Beispiel der Zollfreilager, in denen millionenfach Kunst unsichtbar und steuerfrei gelagert wird – losgelöst von Sichtbarkeit und Kunstdiskurs. Die Logistik, Lagerfähigkeit und symbolische Aufladung bestimmen den Marktwert. Der Text hinterfragt kritisch, auf welche Weise Institutionen wie Museen, Kunstwissenschaft, aber auch der Kunstunterricht die Erzählung „Kunst“ stabilisieren – und damit unbeabsichtigt den Wert dieser Anlageform sichern. Dabei ist Kunst als gesellschaftliches Konstrukt ebenso fragil wie Geld: Beide beruhen auf symbolischen Zuschreibungen. Die Kunstpädagogik sollte sich daher auf eine aufklärende Bildpraxis konzentrieren, statt Anlagekunst ungewollt zu stützen.
Fields of Study & Subjects
Art History and Market Analysis
Art Education and Development
Contemporary art
education
critique
Publication details
- Pages
- 321–344
- Publication date
- 5 February 2026
- Language
- DE
- Document type
- Book chapter