Die Medienpädagogik unter dem Druck der KI und des digitalen Kapitalismus
Abstract
Meinungsmacht wird heute viel stärker über die Plattformen des digitalen Kapitalismus als über die traditionellen Medienhäuser durchgesetzt. Dieses Plattformmodell basiert nicht mehr auf einer Warenökonomie, sondern agiert auf einem Provisionsmodell (vgl. Staab 2019) und handelt mit Informationen. Unternehmen wie Google und Facebook nutzen Nachrichten, die ihnen unentgeltlich zur Verfügung gestellt werden, als Rohmaterial für generative Sprachmodelle, die für die Entwicklung der Künstlichen Intelligenz (KI) unerlässlich sind. Diese künstliche Intelligenz soll denn auch das Stichwort sein, um den aktuellen Stand der Medienpädagogik zu diskutieren. Mit KI verändert sich nämlich die Medialität, von der wir alle betroffen sind. Wir haben schon durch die letzten Jahrhunderte gelernt, dass mediale Technologien das Leben immer wieder neu veränderten – sei es durch die Drucktechnologie, die Technik der audiovisuellen Medien oder des Internets. Ein neuer Schub steht nun mit der Entwicklung der künstlichen Intelligenz bevor. Dabei stellt sich die Frage, ob die Medienpädagogik in ihrer heutigen Ausformung nicht obsolet wird, wenn alles, was wir wissen wollen, mit einer Anfrage an KI gelöst werden kann. Medienkritische Konzepte laufen ins Leere, da die Kommunikation auf den Plattformen intransparent bleibt und durch die Interessen der Technologiekonzerne einschränkt wird. Besonders besorgniserregend ist in diesem Zusammenhang, dass sich High-Tech und Politik seit Donald Trumps Wahl in den USA gerade verbünden, was staatliche Regulierungen als Gegengewicht zu einem unbegrenzten Plattformkapitalismus erheblich erschweren dürfte.
Fields of Study & Subjects
Literacy
Media
and Education
Digital Education and Society
Education and Digital Technologies
Publication details
- Pages
- 501–520
- Publication date
- 5 February 2026
- Language
- DE
- Document type
- Book chapter