Kulturumbrüche und die Disparität unserer aktuellen Sozial- und Kultur-Welt
Abstract
In der laufenden Globalisierung und der damit verbundenen Digitalisierung vieler Lebensbereiche verändert sich auch die angestammte und vertraute Kultur. Kultur wird jetzt von disparaten Strukturen geprägt. In einer pädagogischen Perspektive, die sich an der Aneignung von Kultur und an der Teilhabe an Kultur als Teil der Entwicklung der Menschen orientiert, stellen sich deshalb Fragen nach der Veränderung traditioneller kultureller Strukturen wie der Definition von Subjektivität in einer zentralperspektivisch ausgerichteten europäischen Weltsicht. Eine ebenfalls wichtige strukturelle Transformation ist die Veralltäglichung von multimodalen Darstellungsformen, wie sie z. B. in der Werbung für Alltagskonsum mittlerweile dominant ist, die die vertraute Repräsentation der am Buch orientierten linearen Buchstaben-Schrift ersetzen. Multimodale Darstellungsformen sind heute typisch für Smartphones und Social Media, was sicher auch mit dazu beiträgt, dass Schulen sie als individuelle Digitalinstrumente mit dem Argument ablehnen, dass deren Nutzung die Entwicklung der Kinder begrenzt oder sogar schädigt. Zu dieser bildungsorientierten Argumentation trägt auch das Problem bei, dass sich mit der Digitalisierung von kommunikativen Nutzungsoptionen wie beim Smartphone eine Individualisierung hin zu einer egozentrischen Weltsicht entwickelt hat. Parallel dazu ermöglichen individuell genutzte digitale Instrumente und Apps eine auf die nutzenden Subjekte ausgerichtete Erfassung von deren Daten, die die digital handelnden Subjekte zu Daten-Objekten machen.
Fields of Study & Subjects
Literacy
Media
and Education
Digital Education and Society
Digital Media and Philosophy
Publication details
- Pages
- 569–586
- Publication date
- 5 February 2026
- Language
- DE
- Document type
- Book chapter