Jugend im Film
Abstract
Die Jugend ist eine Lebensphase, die von Umbrüchen, emotionalem Chaos und Identitätskrisen geprägt ist. Häufig wird sie in Filmen aufgegriffen, die neben Unterhaltung auch als Spiegel, Bühne oder zu Bildungs- und therapeutischen Zwecken dienen. Sie eröffnen paradoxe und mehrdeutige Experimentalräume und stehen für Wandel. Da Selbstfindungsprozesse Heranwachsender stets innerhalb eines gesellschaftlich-kulturellen Rahmens stattfinden, können Filme, die Jugend thematisieren, sich verändernde kulturelle Sichtweisen transportieren. In ihrem Werk widmet sich die Autorin dem in der Forschung bisher wenig beachteten semantischen Gehalt des Topos ‚Jugend‘, der als Teil des gesellschaftlichen Wertediskurses zu verstehen ist. Hierfür analysierte sie eine Auswahl an Jugendfilmen von den 1930er- bis 2000er-Jahren im Hinblick auf die „Darstellung von Jugend als bedeutungstragend für Kritik, Wandel und Erneuerung“. Bevor die Ergebnisse präsentiert werden, erläutert Henning, was unter Jugend zu verstehen ist, wie der Begriff im filmischen Kontext einzuordnen und wie der Jugendfilm als Genre zu klassifizieren ist. Der Autorin zufolge wird in Jugendfilmen eine vielschichtige Bedeutungsstruktur konzipiert, die als Gegenpol zur vorherrschenden Gesellschaftsordnung agiert. Infolge der Nicht-Anpassung der Protagonist*innen wird der normativen Ordnung widerstrebt, was stellvertretend für ‚die Jugend‘ steht. Dadurch offenbaren sich die (moralischen) Defizite der bestehenden Ordnung. Jugend im Film ist ein umfangreiches Überblickswerk, das sich an alle richtet, die sich intensiver mit der filmischen Inszenierung von Jugend im 20. Jahrhundert auseinandersetzen möchten.
Fields of Study & Subjects
Cinema History and Criticism
Themes in Literature Analysis
Youth Culture and Social Dynamics
Publication details
- Journal / source
- merz | medien + erziehung
- Volume
- 70
- Issue
- 1
- Pages
- 90–91
- Publication date
- 11 February 2026
- Language
- DE