Interview mit Jürg Widmer zum Thema 'Schule und Digitalisierung'

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Abstract

Foto: © Jürg Widmer Als Fachexperte für Digitale Transformation und Schulentwicklung im Amt für Volksschule Thurgau unterstützt Jürg Widmer die Umsetzung der Strategie Schule und Digitalität. Zuvor leitete er im Rahmen der Lehrplaneinführung das Projekt Medien und Informatik sowie die Projekte Schulen vernetzt TG (Communities of Practice) und Making-Erprobung Thurgau. Seine beruflichen Wurzeln liegen in der Schulleitung und im Unterrichten auf der Sekundarstufe I. Welche Rolle spielt Künstliche Intelligenz in Ihrem Schulalltag (z.B. als Lerngegenstand, Tool zur Unterrichtsvorbereitung, Lernassistenz, Lernportfolio, Produktionsunterstützung)? Welche Herausforderungen und Chancen sehen Sie? Die Chancen, die generative KI-Anwendungen im Schulbetrieb, im Unterricht sowie in der Vor- und Nachbereitung bieten, sollen gezielt genutzt werden. Aus Sicht des Amts für Volksschule (AV) ist es dabei wichtig, dass die Schulen mit einer konstruktiven Haltung eine Strategie für den Einsatz dieser Technologien entwickeln und umsetzen. Das AV unterstützt die Schulen dabei und passt sein Angebot den aktuellen Entwicklungen an. Um die Risiken der Nutzung generativer KI zu minimieren, sind Grundsätze zum Datenschutz, zum Urheberrecht und zur Korrektheit zu beachten, und für den Einsatz im Unterricht empfiehlt es sich, gemeinsam Regeln zu entwickeln. Gibt es an Ihrer Schule Überlegungen zu digitalen Auszeiten oder einer bewussteren Nutzung von Medien? Die Richtlinie Schule und Digitalität, an der sich die Volksschulen des Kantons Thurgau orientieren, betont sowohl das Potenzial digitaler Medien für die Gestaltung von Lehr- und Lernprozessen als auch die Bedeutung des Lernens mit analogen Mitteln. Dabei wird ein ausgewogenes Verhältnis angestrebt: Analoge und digitale Lernformen ergänzen sich, um den Kindern und Jugendlichen ein breites Spektrum altersgerechter Erfahrungen zu ermöglichen. Konkretisiert wird dieser Ansatz in der Orientierungshilfe Pädagogisches Profil in Bezug auf die Digitalität des Amts für Volksschule. Lehrpersonen entscheiden bewusst, wann sie analoge und digitale Methoden einsetzen, um fachliche und überfachliche Kompetenzen zu fördern. Digitale Medien kommen dann zum Einsatz, wenn sie pädagogische Ziele wie die Unterstützung von Lernprozessen oder die Förderung der Medienkompetenz wirksam unterstützen. Gleichzeitig ist es wichtig, dass Kinder und Jugendliche im geschützten schulischen Rahmen Erfahrungen in der digitalen Welt sammeln können. Was tun Sie, damit digitale Bildung zur Bildungsgerechtigkeit beiträgt und Teilhabechancen für alle schafft? Die Schule schafft einen Rahmen, in dem alle Kinder und Jugendlichen – unabhängig von ihren sozialen Voraussetzungen – für das Leben in der Digitalität lernen können. Die von allen Bildungspartnern getragene Strategie Schule und Digitalität trägt auch zur Chancengerechtigkeit bei, indem sie den Schulen in diesem Bereich über verbindliche Qualitätsmerkmale Orientierung bietet und sie bei der Umsetzung unterstützt.

Fields of Study & Subjects

Artificial Intelligence in Education Education and Communication Studies Digital Education and Society

Publication details

Journal / source
merz | medien + erziehung
Volume
70
Issue
1
Publication date
11 February 2026
Language
DE