Immersive Erfahrungen im Lernprozess
Abstract
Der Beitrag adressiert zwei zentrale Forschungslücken im Diskurs zu Virtual Reality (VR) in Bildungskontexten. Erstens wird immersives Lernen bislang vorwiegend in kognitionspsychologischen Kategorien beschrieben, während affektive und körperliche Dimensionen weitgehend unberücksichtigt bleiben. Zweitens dominieren Studien, die VR als kurzfristige Intervention in Prä-Post-Designs modellieren und damit die Frage ausblenden, wie immersive Erfahrungen in längere Erfahrungsverläufe eingebettet sind. Der Beitrag entwickelt vor diesem Hintergrund eine medienpädagogische Perspektive, die immersive Lernprozesse als zyklische Erfahrungsbewegungen rekonstruiert, in denen kognitive, affektive und körperliche Reaktionsmuster verschränkt auftreten und durch vorbereitende, immersive und nachbereitende Aktivitäten gerahmt werden. Veranschaulicht wird diese Perspektive am Beispiel eines VR-gestützten Kommunikationstrainings in der Hochschullehre, in dem Studierende Gesprächsführungstechniken mit KI-basierten Avataren erproben. Die Analyse zeigt, dass die pädagogische Bedeutsamkeit immersiver Episoden nicht in der virtuellen Situation selbst liegt, sondern in ihrer didaktischen Einbettung, insbesondere in Reflexions- und Konzeptualisierungsprozesse. Der Beitrag versteht sich als Angebot zur Weiterentwicklung eines erfahrungsorientierten immersiven Lernens im medienpädagogischen Diskurs.
Fields of Study & Subjects
Virtual Reality Applications and Impacts
Digital Education and Society
Sociology and Education Studies
Publication details
- Journal / source
- MedienPädagogik Zeitschrift für Theorie und Praxis der Medienbildung
- Publisher
- OAPublishing Collective
- Pages
- 29–54
- Publication date
- 24 July 2026
- Language
- DE